25.09.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Krötenwanderung setzt wärmebedingt früh ein

Krötenwanderung setzt wärmebedingt früh ein

Schutzaktion der Landschaftspflegestation Hexhof

Die milden Temperaturen von bis zu zehn Grad Celsius führen dazu, dass die meisten Amphibien ihre Laichgewässer in diesem Jahr besonders früh aufsuchen.

Düsseldorf - Mit Beginn der Krötenwanderung werden ab sofort der Dernbuschweg in Gerresheim komplett und der Bauenhäuser Weg zwischen Bauenhaus und Gut Wolfsaap abends ab 19 Uhr bis zum darauf folgenden Morgen um 7 Uhr gesperrt. Dies teilt die Untere Landschaftsbehörde beim Gartenamt der Stadt mit. Durch die Sperrung sollen allzu große Verluste unter den Tieren, die diese Wege auf dem Zug zu ihren Laichgewässern überqueren, vermieden werden. Die Sperrung in den Nächten läuft voraussichtlich bis Ende März.
Hintergrund ist, dass die heimischen Kröten-, Frosch-, und Molcharten zum Laichen immer die gleichen Gewässer aufsuchen – nämlich die, in denen sie aufgewachsen sind. Die zu den Laichplätzen strebenden Tiere benutzen dabei traditionelle Wanderwege. Sie sind besonders in den Dämmerungs- und Nachtstunden stark frequentiert. Die Sicherung dieser Laichwanderwege ist eine wesentliche Aufgabe des Amphibienschutzes. Bis zu 10.000 Amphibien überqueren die gesperrten Straßen während ihrer Wanderung zu den Laichgewässern.
Nicht an allen Stellen können diese Wanderwege durch Sperrungen gesichert werden. Wo eine Straßensperrung nicht möglich ist, werden deshalb von der Landschaftspflegestation Hexhof mit Helfern des Bundesfreiwilligendienstes Amphibienschutzzäune errichtet. Entlang der grünen, kniehohen Zäune sind alle zehn Meter Fangeimer im Boden eingelassen, die mehrmals täglich kontrolliert werden. Die so eingefangenen Amphibien werden von den Helfern sicher auf der gegenüberliegenden Straßenseite abgesetzt, damit sie ihre Wanderung fortsetzen können. Allein an den Fangzäunen Am Bauenhaus im Bereich Aaper Wald, konnten jährlich bis zu 5.000 Amphibien – davon ein Großteil Erdkröten – gerettet werden. Ganzjährig werden zum Schutz der Kröten, Frösche und Molche Gewässer unterhalten und Ersatzlaichplätze geschaffen. Die Lurche setzen ihren Laich im Wasser flacher Teiche, Tümpel und Gräben ab. Nach einiger Zeit schlüpfen daraus durch Kiemen atmende Kaulquappen, die bis zur Umwandlung im Wasser leben. Danach verlassen sie als Jungtiere ihre Geburtsstätte und führen im Sommer ein verborgenes Landleben, wo sie sich von Insekten, Schnecken, Würmern und Spinnen ernähren.
Die Mitarbeiter der Unteren Landschaftsbehörde beim Gartenamt der Stadt bitten die Bevölkerung bei ihren Spaziergängen in Wald und Flur laichende Kröten nicht zu fangen. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen, sie ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder gar zu töten. Diese Ordnungswidrigkeiten können mit Geldbußen geahndet werden.

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