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Kritik an Nahles wegen Kostenprognose für Rente ab 60

DGB-Chef: "Zahlen völlig aus der Luft gegriffen"

Für die von der großen Koalition aus Union und SPD geplante Pflegereform reicht das vorgesehene Geld einem Zeitungsbericht zufolge voraussichtlich nicht aus.

Berlin - DGB-Chef Reiner Hoffmann wandte sich in der neuen Ausgabe der "Wirtschaftswoche" laut einer Vorabmeldung insbesondere gegen Berechnungen des Ministeriums, wonach die Teilrente die Rentenversicherung jährlich rund 900 Millionen Euro kosten würde. "Diese Zahl ist völlig aus der Luft gegriffen, ich weiß nicht, wie das Ministerium dazu kommt", sagte er. Der DGB möchte durchsetzen, dass ältere Arbeitnehmer bereits ab 60 Jahren ihre Arbeitszeit ohne finanzielle Einbußen verkürzen können.

Hoffmann wies den Vorwurf zurück, der DGB wolle eine neue Frühverrentungswelle provozieren. Diese Debatte mache ihn "stinkwütend", sagte er und betonte: "Die Rente mit 60 für alle hat bei uns niemand gefordert." Der DGB wolle flexible Übergänge in den Ruhestand schaffen und dafür sorgen, dass die Menschen länger gesund durchs Erwerbsleben gehen. "Ein Facharbeiter, der fünf Tage powert und mit 59 nicht mehr kann, ist sicher nicht die bessere Alternative zu einem Teilzeitarbeitnehmer, der es bis zur regulären Renteneintrittsgrenze schafft."

Offen zeigt sich Hoffmann für eine Verlängerung der Arbeitszeit über die Rentengrenze hinaus: "Ich will als Gewerkschafter niemandem vorschreiben, wann er aufhört zu arbeiten. Wer sich gut fühlt, soll meinetwegen bis 67 oder 68 oder 70 im Job bleiben." Dies gehe aber nur auf freiwilliger Basis.

Eine Koalitionsarbeitsgruppe will bis Jahresende ein Ergebnis zur sogenannten Flexi-Rente vorlegen. Neben einer Teilrente vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze geht es dabei auch um Möglichkeiten, darüber hinaus weiterarbeiten zu können.

(xity, AFP)


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