18.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kritik an Behandlung von Migranten im Gesundheitswesen

Kritik an Behandlung von Migranten im Gesundheitswesen

Integrationsbeauftragte: Sprachbarrieren ein Grund

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hat die Ungleichbehandlung von Migranten im deutschen Gesundheitswesen kritisiert.

Berlin - Menschen mit Einwanderungsgeschichte "partizipieren nicht ausreichend an unserem Gesundheitssystem", sagte Özoguz zum Auftakt des Schwerpunktjahres "Gesundheit und Pflege in der Einwanderungsgesellschaft" im Bundeskanzleramt. Als besonders problematisch bezeichnete die SPD-Politikerin Sprachbarrieren.

Özoguz machte deutlich, dass beim gleichberechtigten Leben in einer Einwanderungsgesellschaft auch das Gesundheitswesen "seinen Beitrag leisten" müsse. Heute seien knapp 1,6 Millionen Migranten älter als 64 Jahre, 2030 würden es 2,8 Millionen sein. Vor diesem Hintergrund werde "kultursensible Pflege" immer wichtiger. Daher müsse die Beratung verbessert werden - insbesondere mit Blick auf die Pflegeversicherung, aber auch das Werben um und die Ausbildung von Pflegefachkräfte aus dem Ausland intensiviert werden.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Annette Widmann-Mauz, die den erkrankten Minister Hermann Gröhe (CDU) vertrat, bezeichnete das Gesundheitswesen als eines der "tragenden Säulen der Integration". Deutschland sei ein Einwanderungsland, die Integration müsse gestärkt werden. Migranten müssten den "gleichen Zugang zu unserem Gesundheitswesen haben" wie Deutsche.

(xity, AFP)


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