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Krefelderin rettet 57-Jährigem das Leben

Notfallsituation zeigt wie wichtig Erste Hilfe ist

Linn am 12. März 2014: Katja Hufen besucht mit ihren Kindern Lukas (sechs Jahre alt), Nik (drei) und Lisa (zwei) den Frisör an der Rheinbabenstraße. Eigentlich ein Routinegang für die 30-Jährige. Doch dann ändert sich die Situation dramatisch.

Krefeld - "Plötzlich stand da eine Frau in der Tür und fragte, ob jemand Erste Hilfe leisten kann“, erinnert sich Hufen. Im Buchladen, nur hundert Meter weiter, war ein Mann kollabiert. "Keiner reagierte, also bin ich losgestürmt.“ Im Buchladen liegt der 57-Jährige bereits in stabiler Seitenlage, doch sein Zustand verschlechterte sich innerhalb weniger Sekunden. "Er begann zu zittern, der Kopf wurde blau, aus seinem Mund rann Blut. Der Puls, den ich zuvor noch spüren konnte, war weg, Herzstillstand. Auch sein Atem setzte aus. Ich bekam Panik, was sollte ich nur tun?“ Doch trotz eigener Angst, etwas falsches zu tun, handelt die dreifache Mutter blitzschnell und allgegenwärtig. Sie beginnt mit einer Herz-Lungen-Massage und bittet eine dabeistehende Frau, ihr bei der Beatmung des Mannes zu helfen. "Ich weiß nicht, wie ich das alles gemacht habe, aber irgendwie hat es funktioniert. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind und habe eigentlich nicht überlegt. Ich war irgendwie ferngesteuert. Diese wenigen Minuten kamen mir vor wie eine halbe Ewigkeit.“ Durch ihr beherztes Eingreifen hat Hufen dem Mann das Leben gerettet. Der 57-Jährige liegt zwar noch im Krankenhaus, ist aber ansprechbar. In wenigen Wochen ist ein Zusammentreffen der beiden geplant.

Wie wichtig das Eingreifen in einer Notfall-Situation ist, erläutert Dr. Uli Lenssen, ärztlicher Leiter des Rettungsdiensts: "Wir haben die Vorgabe, innerhalb von acht Minuten am Unfallort zu sein. Oft sind wir sogar noch schneller da. Doch bis zum Eintreffen des Notarztes muss geholfen werden. Hier zählt jede Sekunde.“ Drei Wiederbelebungen gibt es in Krefeld im Schnitt pro Woche, nur bei 15 bis 20 Prozent greifen Menschen von außerhalb ein. Oft sei es Angst, etwas Falsches zu tun, die Personen daran hindert, helfend einzugreifen. "Dabei ist schon die Herz- Lungen-Massage, das regelmäßige Drücken auf das Brustbein, Gold wert. Wird sie bis zum Eintreffen des Notarztes durchgeführt, werden die Überlebenschancen um ein Vielfaches erhöht. Passiert gar nichts, wird es schwierig. Die Reaktion von Katja Hufen war lehrbuchhaft. So etwas habe ich in 30 Jahren Berufserfahrung noch nicht erlebt“, so Lenssen.

Was Hufen wohl geholfen hat, war ein Kurs, den sie im Rahmen der Geburt von Lisa vor zwei Jahren belegt hat. "Lisa war ein Frühchen. In dem Kurs wurden mir lebenserhaltende Maßnahmen gezeigt, die ich auch schon aus dem Erste-Hilfe-Kurs vom Führerschein kannte. Doch der lag ja immerhin schon zehn Jahre zurück. Eine solche Auffrischung sollte eigentlich Pflicht sein.“ Zahlreiche Personen, die die Notfallsituation in Linn hilflos und starr vor Panik beobachten mussten, haben sich bereits zu einem Erste-Hilfe-Kurs angemeldet, weiß Hufen. "Es standen einige einfach nur herum und konnten nicht handeln. Sie wollen sich nun in einem Kurs das nötige Wissen aneignen.“

Kurse werden in regelmäßigen Abständen vom Deutschen Roten Kreuz und den Maltesern durchgeführt. Personen, die in eine Notfallsituationen verwickelt sind, können bei der Feuerwehr psychologisch betreut werden.


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