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Krefelder zeigen Mut und Zivilcourage

Ehrung vom OB Kathstede im Rathaus

Bereits zum siebten Mal wurden am Dienstag, 25. März 2014, mehrere Krefelder für ihren Mut und ihre Zivilcourage vom OB Gregor Kathstede und Polizeipräsident Rainer Furth im Krefelder Rathaus geehrt.

Krefeld - Die Stadt und die Polizei Krefeld haben erneut Bürger ausgezeichnet, die sich im vergangenen Jahr durch besonders couragierten Einsatz verdient gemacht haben. Seit 2007 wird den "Bürgern mit Zivilcourage“ im Rahmen einer Feierstunde gedankt, 71 Personen konnten bislang für ihr mutiges Handeln ausgezeichnet werden. Im historischen Ratssaal wurden nun weitere 14 zwischen sieben und 78 Jahre alt für ihr selbstloses Handeln geehrt. Alle erhielten aus den Händen von Oberbürgermeister Gregor Kathstede, Polizeipräsident Rainer Furth und Heidrund Hillmann (Gesellschaft Bürger und Polizei) eine große Urkunde und Präsente als Belohnung.

"Ein weiterer, ganz maßgeblicher Faktor dafür, dass wir uns in Krefeld sicher und gut aufgehoben fühlen können, sind Bürger, die eingreifen, statt zuzuschauen, wenn sie erkennen, dass anderen Menschen Unrecht geschieht, sie sich in einer Notsituation befinden oder ein Täter im Begriff ist, zu flüchten. Sie haben hingesehen und nicht lange gezögert, sondern gehandelt. Mit Ihrem Einsatz haben Sie Menschen in größter Not beigestanden, Hilfe geleistet und größeren Schaden abgewendet. Ihr entschlossenes Handeln hat auch dazu beigetragen, dass Verbrecher, Diebe und Peiniger nicht unbehelligt davongekommen sind. Sie haben Zivilcourage bewiesen und dafür danke ich Ihnen von Herzen. Sie verdienen unsere Hochachtung und unseren allerhöchsten Respekt“, sagte Kathstede. "Sie sind Vorzeigebürger unserer Samt- und Seidenstadt. Krefeld ist stolz auf Sie. Wir wollen Ihren Einsatz mit dieser Feierstunde ganz bewusst offiziell anerkennen. Ich bin mir jedoch sicher, dass Sie bereits ein wertvolles Geschenk in Ihren Händen halten:

Den Dank derjenigen, deren Würde, Gesundheit oder Eigentum Sie mit Ihrem beherzten Einschreiten geschützt haben.“ Kathstede erwähnte in diesem Zusammenhang auch das breitgefächerte Angebot des Weißen Ring, der Traumaklinik, der Krefelder Krisenhilfe und weiterer Beratungsangebote und sprach von einem "Schutzschirm gegen Gewalt und soziale Kälte“. "Allen Krefeldern, die sich in diesem Bereich ehrenamtlich oder beruflich engagieren, danke ich von Herzen für ihr großartiges Engagement,“ fügte er hinzu.

Kriminalhauptkommissarin Karin Kretzer stellte schließlich die verschiedenen Fälle vor, in denen die Geehrten Mut und Courage bewiesen: "In der Nacht des 8. Dezember 2013 kommt es auf der Martinstraße zu einer Kindesentziehung mit spektakulärer Verfolgung. Ausgangspunkt ist ein heftiger Streit eines Elternpaares, in dessen Verlauf der Kindesvater mitten in der Nacht mit seiner dreijährigen Tochter die Wohnung verlässt. Er selber mit nacktem Oberkörper, seine Tochter nur dünn angezogen. Die Temperaturen sind um den Gefrierpunkt, der Vater in aggressiver Stimmung, das Kind verängstigt. Gegen 4.30 Uhr wird Achim Roß vom Weinen eines Kindes wach. Herr Roß schaut vor dem Haus nach, kann aber nichts entdecken. Plötzlich hört er den Polizeihubschrauber und schlussfolgert, dass es einen Zusammenhang geben muss. Er holt eine Taschenlampe und leuchtet den Garten ab. In einer Hecke entdeckt er einen jungen Mann mit nacktem Oberkörper und einem Kind auf dem Arm. Herr Roß wirkt beruhigend auf ihn ein, kann aber dessen Flucht nicht verhindern. Er gibt den wichtigen Hinweis an die Polizei, die bereits mit Hochdruck nach den Personen fahndet. Sein Hinweis ermöglicht, dass der Mann gefasst und das Kind in Sicherheit gebracht wird.

Am Dienstag, 5. Februar 2013, beobachtet Michael Peter John gegen 17 Uhr als Kunde eines Drogeriemarktes einen Ladendieb. Er informiert die Angestellte, die zu flüchten. Als die Angestellte sich ihm in den Weg stellt, tritt er mehrfach nach ihr. Herr John handelt entschlossen und konsequent. Er eilt der Frau zur Hilfe, hält den Täter fest und verbringt ihn in die Büroräume. Dort schließen die beiden den Mann bis zum Eintreffen der Polizei ein.

Die Eheleute Schwaiger werden am 17. Februar 2013 Zeugen eines Metalldiebstahls. Kurz nach 20 Uhr sind sie mit ihrem Auto auf dem Heimweg, als sie an einer roten Ampel anhalten. Auf dem Bürgersteig fallen ihnen zwei Männer auf, die etwas in den Kofferraum laden. Klaus Schwaiger weiß, dass es in der vergangenen Zeit häufiger Diebstähle aus der leerstehenden Firma gab. Deshalb schöpft er Verdacht. Sie fahren auf den gegenüberliegenden Parkplatz, beobachten weiter das Geschehen und rufen die Polizei. Als die beiden Verdächtigen in dem Auto wegfahren, folgen ihnen Herr und Frau Schwaiger und halten die Polizei auf dem Laufenden. Die kann das Fahrzeug auf dem Glockenspitz anhalten und die bewaffneten Tatverdächtigen festnehmen. Im Auto finden sich Metallteile und Druckerpapier.

Am Morgen des 11. März 2013 bringt Sara Bordag ihre beiden Kinder zu Fuß in den Kindergarten. Dabei fällt ihr ein Mann auf, der sie offenbar schon etwas länger beobachtet und verfolgt. Er nähert sich und berührt sie unsittlich. Frau Bordag bewahrt die Ruhe und ruft einen Zeugen zu Hilfe. Daraufhin flüchtet der Mann unerkannt. Sie prägt sich die Personenbeschreibung gut ein und erkennt ihn einige Tage später in der Stadt wieder. Anschließend informiert sie die Polizei und lotst die Beamten heran, die den Mann vorläufig festnehmen. Im Rahmen der Ermittlungen stellt sich heraus, dass der Polizei bereits ein Dutzend ähnlicher Straftaten vorliegen. Erst nach dem Hinweis von Frau Bordag reißt die Serie ab. Die Zeugin hat damit möglicherweise weitere Frauen vor Übergriffen bewahrt. Die Täterschaft ist bislang nicht geklärt, die Ermittlungen in der Sache dauern an.

Am 8. Juni 2013 hält sich Heinrich Kotthoff gegen 16 Uhr in seinem Garten auf. Als er von dem angrenzenden Parkplatz ein Klirren hört, schöpft er Verdacht und hält auf dem Parkplatz am Zoo Nachschau. Er sieht einen Mann, der mit einem Werkzeug die Seitenscheibe eines Autos eingeschlägt. Herr Kotthoff spricht den Mann besonnen an, der sofort flüchtet. Spontan läuft er hinterher, verliert aber den Anschluss und den Mann aus den Augen. Geistesgegenwärtig spricht er einen Fahrradfahrer an und bringt ihn dazu, dem Täter zu folgen. Herr Kotthoff selber holt sein Fahrrad und nimmt ebenfalls die Verfolgung auf. Er informiert die Polizei und gibt eine Personenbeschreibung durch. Die beiden Radfahrer sehen wenig später, wie der Mann auf ein Grundschulgelände flüchtet. Die Zeugen können der Polizei den entscheidenden Hinweis geben, die den Mann tatsächlich dort antrifft und festnimmt.

Am 26. Juli 2013 sind Sergii Radchuk und sein siebenjähriger Sohn gegen 18.55 Uhr mit dem Auto unterwegs, als sie fünf Jugendliche bemerken, die einen Bauwagen aufbrechen. Radchuk hält an, um das Geschehen zu beobachten. Die Jugendlichen schlagen eine Scheibe ein und steigen in den Wohnwagen ein. Dort verursachen sie Chaos und Schaden, durchwühlen alles und treten die Türe ein. Als sie den Zeugen bemerken, stecken sie einen Regenschirm ein und entfernen sich. Radchuk informiert die Polizei und verfolgt die Gruppe gemeinsam mit seinem Sohn. Der Junge durchsucht sogar ein Gebüsch und findet einen Regenschirm aus dem Bauwagen. Die beiden führen die Polizeibeamten heran, gemeinsam folgen sie der Gruppe. Dank des umsichtigen Verhaltens von Herrn Radchuk und seinem Sohn können die Jugendlichen schließlich zur Rede gestellt und zur Verantwortung gezogen werden.

Am 5. Juli 2013 ist Ute Luise Tillmanns gegen 6.30 Uhr mit ihrem Hund unterwegs, als ihr auf der Luisenstraße zwei Männer auffallen. Einer von ihnen uriniert gegen eine Hauswand, während der andere dort Graffitis mit roter Farbe hinterlässt. Frau Tillmanns verfolgt die beiden Männer ein Stück weit, prägt sich die Täterbeschreibung ein und spricht Polizeibeamte an, die bereits nach den beiden fahnden, weil sie zuvor eine K-Bahn an der Rheinstraße beschmiert hatten. Dank des guten Hinweises können die Männer festgenommen und zur Verantwortung gezogen werden.

Am 3. Oktober 2013 entsteht auf der Sprödentalkirmes gegen 20 Uhr eine unübersichtliche Situation. Auslöser ist ein Mann, der eine Besucherin belästigt und teilweise ausländerfeindlich beleidigt. Aus dem verbalen Streit erwächst eine handfeste Auseinandersetzung mit mehreren Beteiligten. Schließlich rennt einer der Täter weg, woraufhin Danijel Kovacevic die Verfolgung aufnimmt, ohne den genauen Sachverhalt zu kennen. Während der Verfolgung ruft er den Polizeinotruf und hält solange den Kontakt, bis er den Beamten den Aufenthalt des Flüchtigen genau mitteilen kann. Er hat damit entscheidend zur Festnahme und Identifizierung des Täters und damit zur Aufklärung der Straftat beigetragen.

Am 14. Dezember 2013 hört Emely Carr gegen 19.30 Uhr ein Klirren im Nachbarhaus Am Böttershof. Sie weiß, dass der Hauseigentümer gerade verreist ist. Sie informiert ihren Nachbarn Davor Zepic. Gemeinsam vergewissern sie sich, dass tatsächlich Einbrecher am Werk sind. Dann rufen sie die Polizei wie auch ihre Nachbarn Karl Vogt und Daniel Strüder. Gemeinsam nehmen die Männer das Tatobjekt in Augenschein und sehen im Inneren mehrere Taschenlampen. Als plötzlich drei männliche Personen aus der Terrassentür kommen und an ihnen vorbeilaufen, verfolgen sie das Einbrechertrio. Es gelingt ihnen gemeinsam, einen der Täter zu überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten.“


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