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Krefelder Schwangerennotruf jederzeit erreichbar

OB Kathstede nennt verschiedene Hilfsangebote

Auf das Angebot des Krefelder "Schwangerennotrufs" weist Oberbürgermeister Gregor Kathstede angesichts des tragischen Falls einer Neugeborenentötung hin.

Krefeld - Über die Rufnummer 02151 6535251 ist der Schwangerennotruf rund um die Uhr und sieben Tage die Woche telefonisch erreichbar. Auch per E-Mail können Schwangere über die Adresse sos@schwangerennotruf-krefeld.de schnell Kontakt mit den Beratungsstellen aufnehmen. Viele Informationen gibt es außerdem im Internet unter www.schwangerennotruf.de. "Den Notruf für Schwangere in schwierigen oder sogar ausweglos erscheinenden Situationen haben die vier Krefelder Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen, die Telefonseelsorge und die Krisenhilfe mit finanzieller Unterstützung der Stadt Krefeld schon 2007 eingerichtet. Und von diesem präventiven Angebot wird nach wie vor auch Gebrauch gemacht“, so der Oberbürgermeister.

In einer Fünf-Jahres-Bilanz hatten 2012 die beteiligten Organisationen von rund 200 eingegangenen "ernstzunehmenden Anrufen“ berichtet. Bei den Hilfesuchenden handelte es sich bei über einem Drittel um minderjährige Mädchen, die Angst hatten, ihren Eltern die Schwangerschaft mitzuteilen. Dabei nahmen die Berater auch Anrufe von Frauen entgegen, die sich subjektiv in einer "aussichtslosen Lage“ sahen. Solche Notfälle sind zwar eher selten – wenn dann aber einer eintritt, ist eine hohe Qualifikation der Berater nötig. Sie müssen Menschen in psychischen Krisen auffangen, den tatsächlichen akuten Hilfebedarf sicher abschätzen, Gefährdungsmomente beurteilen und alle wichtigen speziellen Fakten rund um Schwangerschaft, Geburt und auftauchende Probleme präsent haben. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 30 bis 40 Neugeborene ausgesetzt, die meisten von ihnen sterben.

Nach schrecklichen Ereignissen von Kindesaussetzungen und Kindestötungen im Jahr 2005 hatte Oberbürgermeister Gregor Kathstede gemeinsam mit dem damaligen Direktor der Frauenklinik, Professor Jörg Balzer, eine Expertenrunde im Rathaus zusammengerufen. Wichtigstes Ergebnis damals: Ein Schwangerennotruf sollte die Zugangsschwelle zum vorhandenen Hilfesystem weiter absenken und wichtige Unterstützung anbieten. Verworfen wurde damals auch die als mögliche Problemlösung alternativ vorgeschlagene "Baby-Klappe“. Angeführt wurden neben rechtlichen Bedenken auch erste wissenschaftliche Untersuchungen, die darauf hindeuteten, dass das Angebot der "Babyklappen“ ihre Zielgruppe verfehlt – denn die damals bundesweit vorhandenen 93 Babyklappen hatten nicht zu einer Senkung der Zahl der Aussetzungen und Kindstötungen geführt.

Das Helios Klinikum Krefeld bietet schwangeren Frauen heute auch die Möglichkeit einer sogenannten "vertraulichen Geburt“ an. Im Unterschied zur "anonymen Geburt“, bei der keinerlei Daten angegeben werden müssen, werden bei der vertraulichen Geburt Aufnahmedaten im Krankenhaus anonymisiert, in einem versiegelten Umschlag an die Jugendverwaltung der Stadt (Adoptionsvermittlungsstelle) übermittelt und dort bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres des Kindes unter Verschluss gehalten. Bisher hat es am Helios Klinikum Krefeld den Fall einer "vertraulichen Geburt“ allerdings nicht gegeben. Angesichts des tragischen Falls der Säuglingstötung will Helios die Einrichtung einer Babyklappe erneut durch das Ethik-Komitee am Klinikum Krefeld bewerten lassen.

Zusätzlich sind die Krefelder Schwangeren- und Schwangerschaftskonflikt-Beratungsstellen auch im präventiven Bereich tätig. In unterschiedlichen Veranstaltungen in sämtlichen Schulformen – wie Mädchentagen, Gesundheitstagen, Projektwochen und Berufsbildungsveranstaltungen – werden jährlich mehrere Tausend junge Menschen erreicht, die sich auf diese Weise mit Fragen zu Sexualität, Schwangerschaft, Geburt, Partnerschaft und Familie beschäftigen und wichtige Informationen bekommen. Dabei werden aber auch die vorhandenen Angebote der Beratungsstellen, der Krankenhäuser und auch des Schwangerennotrufs vorgestellt.

Oberbürgermeister Gregor Kathstede weist außerdem auf die städtische Koordinierungsstelle des Netzwerks "Frühe Hilfen“ in Krefeld an der Gartenstraße 30-32 hin, ein Zusammenschluss von Institutionen, Verbänden, Einrichtungen und Fachkräften aus dem Kinder- und Jugendhilfebereich sowie dem Gesundheitswesen. "Ziel ist es, allen Kindern in unserer Stadt einen guten Start ins Leben zu ermöglichen“, so Kathstede. Entsprechend halten die Netzwerkpartner für Schwangere, Mütter und Väter von Kindern in den ersten Lebensjahren unterstützende Angebote vor.


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