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Krefelder Architekturtage "Mehr Mies"

Unter dem Thema: Mies van der Rohe und das Bauhaus

Am kommenden Wochenende 21. bis 23. Februar 2014, stehen die Kunstmuseen Krefeld unter dem Motto "Mehr Mies".

Krefeld - Die Kunstmuseen Krefeld richten mit den Krefelder Architekturtagen "Mehr Mies“ zweimal im Jahr unter wechselnden thematischen Schwerpunkten den Fokus auf die Architektur von Ludwig Mies van der Rohe, der die beiden Museen Haus Lange und Haus Esters als Privatvillen konzipiert und gebaut hat. Das nächste Mehr-Mies-Wochenende findet vom 21. bis 23. Februar statt. Das Wochenende steht unter dem Thema "Mies van der Rohe und das Bauhaus“.

Die Krefelder Häuser Lange und Esters wurden zwischen 1927 und 1930 erbaut, von Innen ausgestattet und teilweise möbliert. Anfang des Jahres 1930 zogen die Familien der befreundeten Textilunternehmer Hermann Lange und Josef Esters in die sachlichen Backsteinvillen ein. Entworfen hatte sie kein geringerer als der damals in Berlin lebende Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969), der 1929 als Architekt des deutschen Pavillons auf der Weltausstellung in Barcelona Weltruhm erlangte. Besitzen die Museen Haus Lange und Haus Esters seit vielen Jahrzehnten ihre internationale Reputation als Orte für zeitgenössische Kunst, so richten die Kunstmuseen Krefeld mit mehr mies. krefelder architekturtage zweimal im Jahr abseits vom Ausstellungsbetrieb ihren Fokus auf die Architektur Ludwig Mies van der Rohes. Unter wechselnden thematischen Schwerpunkten werden architektonische, ästhetische und zeitgeschichtliche Grundlagen rund um die Gebäude vermittelt und hinterfragt. Am Wochenende vom 21. – 23. Februar 2014 geht mehr mies. krefelder architekturtage bereits in die achte Runde.

Der thematische Schwerpunkt liegt dann auf Mies van der Rohes Wirken am Bauhaus. Nach Walter Gropius und Hannes Meyer wurde Mies van der Rohe der dritte und letzte Direktor der einflussreichsten Kunst-, Design- und Architekturschule der Weimarer Republik. Mit Mies siedelte das Bauhaus 1932 von Dessau nach Berlin um; seine Ägide endet mit der Auflösung der Schule im Juli 1933. Somit richtet sich der Blick an diesem Wochenende über das architektonische Schaffen hinaus auf die Lehrtätigkeit Mies van der Rohes sowie auf gesellschaftliche und politische Kontexte des Bauhauses und des Neuen Bauens. Diesen thematisch-wissenschaftlichen Fokus auf Mies van der Rohes Lehr- und Direktorentätigkeit am Bauhaus in Dessau und Berlin setzt ein Doppelvortrag des Berliner Bauhausexperten Christan Wolsdorff am Samstag, 22. Februar 2014, unter dem Titel "Das Bauhaus und sein letzter Direktor“. Wolsdorff hat im Rahmen seiner jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit Peter Hahn am Bauhaus Archiv, Berlin, als einer der Ersten das Bauhaus in Berlin intensiv erforscht (Publikationen: "Bauhaus Berlin, Eine Dokumentation“ zusammengestellt vom Bauhaus-Archiv, Berlin 1985; "Bauhaus in Berlin, Bauten und Projekte“, Berlin 1995). Im ersten Teil seines Vortrags widmet sich Wolsdorff dem Bauhaus von 1919 bis 1930 unter Gropius und Meyer im Überblick. Bereits hier wird es darum gehen, die einschlägigen Bauhausslogans zu umgehen, um der Komplexität des Themas und den Zielen der legendären Schule und ihrer Direktoren gerecht zu werden.

Im zweiten Teil wird der Redner unter der rhetorisch provokanten Frage "Ende gut – alles gut?“ detailliert auf die Ära Mies van der Rohes eingehen und aufzeigen, was der neue Direktor in nur 30 Monaten aus einer schwierigen Situation gemacht hat. Am Ende steht eine Auseinandersetzung mit der Schließung des Bauhauses. Den thematischen Schwerpunkt ergänzen zwei Filmvorführungen: Am Freitag wird mit dem Film "Bauhaus – Modell und Mythos“ von Kerstin Stutterheim und Niels Bolbrinker eine umfassende kritische Darstellung der künstlerischen und politischen Ziele des Bauhauses gezeigt. Die Dokumentation zeichnet die Geschichte der Institution nach und berichtet darüber hinaus über die Emigration, die berufliche Weiterreise wie auch über die Verstrickung einiger Bauhäusler im nationalsozialistischen Deutschland. Am Sonntag unternimmt der Film "Bauhaus lebt!“ von Marian Riedel und Thomas Niemanns eine heitere Reise zu den Hinterlassenschaften der Bauhauszeit in Thüringen. Ferner versorgt ein umfangreiches Führungsprogramm die Besucher reichlich mit Informationen rund um die Häuser Lange und Esters.

Eine Besonderheit bildet dabei die Führung "Typisch Bauhaus?“ (Sonntag), in der Bernd Grau der Frage nachgeht, inwieweit sich bestimmte Vorstellungen des Bauhauses in der Architektur der Häuser Lange und Esters niedergeschlagen haben. Weitere Höhepunkte sind die Vorführungen der Hebefenster (Samstag, Sonntag) im Haus Lange durch den Krefelder Architekten Klaus Reymann. Auch für Kinder und Familien wird einiges geboten: eine Textildruckwerkstatt à la Bauhaus mit Hiltrud Lewe (Samstag) und eine spielerische Architekturführung mit Rätselaufgaben mit anschließender Bauhaushäuschen Bauaktion mit Sina Müllender (Sonntag). Für letztgenannte Veranstaltung ist der Eintritt mit der Krefelder "Unsere Familienkarte“ frei.

Bildunterschrift: Über das Mehr-Mies-Wochenende informierten im Rahmen eines Pressegesprächs Dr. Sylvia Martin, stellvertretende Leiterin der Kunstmuseen Krefeld, Museumspädagoge Thomas Janzen, und der Museumsvolontär Dr. Alejandro Daniels.


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Krefelder Architekturtage "Mehr Mies"
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