17.07.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kostbares Geschenk für das Museum Burg Linn

Kostbares Geschenk für das Museum Burg Linn

Vier neue mechanische Musikinstrumente

Das Museum Burg Linn in Krefeld hat von dem Düsseldorfer Sammler Friedrich Wilhelm Hempel drei Orgeln und eine Ziehharmonika der Marke "Tanzbär" für die Sammlung der mechanischen Musikinstrumente im Jagdschloss als Geschenk erhalten.

Krefeld - "Die Exponate ergänzen unsere Sammlung“, freut sich Museumsleiter Dr. Christoph Reichmann. Neben einer 1846 gebauten Limonaire-Orgel überließ der Sammler dem Krefelder Museum zwei Handdrehorgeln, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Böhmen hergestellt wurden. "Alle Instrumente befinden sich in einen Originalzustand und sind funktionstüchtig. Das ist für ein Museum besonders interessant“, sagt Rainer Scharl, Museumsführer der Instrumentensammlung. Das Museum Burg Linn ist eines von fünf deutschen Museen, das über eine öffentlich zugängliche Sammlung mechanischer Musikinstrumente verfügt. Jeden Sonntag werden die historischen "Musikboxen“ den Besuchern vorgeführt.

Die Limonaire-Orgel der Gebrüder Freres befand sich bereits als Dauerleihgabe im Jagdschloss. Sie funktioniert mit der Jacquard-Lochkartentechnik. "Solche Orgeln standen bei kleinen Schaustellern und sie sollten Musiker ersetzen, die oft unzuverlässig waren“, berichtet Scharl. Die beiden Handdrehorgeln, sogenannte Zungenorgeln, stammen von den Firmen Frant. Zenisch in Kosetice und Heliodor Altmann in Reichenberg, wo es 16 Betriebe für Drehorgeln gab. "Es waren keine Massenprodukte, sondern alles Einzelanfertigungen“, so Scharl. Mit dem Bau haben sich Kriegsinvaliden ihre Rente aufgebessert. Die Instrumente wurden in der Hauptsache vermietet. "Man ist durch die Gaststätten und Höfe gezogen. Die Menschen haben sich damit ihren Lebensunterhalt erbettelt“, sagt Scharl. Bis zu acht Lieder konnten auf einer Rolle der Drehorgeln gespielt werden. Das Musikprogramm umfasste zu Beginn oft einen Marsch, gefolgt von einem Walzer und abschließend einem rührigen Stück. "Das war für die Tränendrüsen, damit die Groschen geworfen wurden“, erzählt Scharl. Für das Instrument "Tanzbär“ warb eine Leipziger Firma in Zeitungsanzeigen: "Sofort ohne Notenkenntnis spielbar!“. Alle gängigen Märsche und Lieder seien spielbar. Dafür sorge eine Rolle mit einem gelochten Band, das die gewünschten Töne vorgibt. "Hier wurde die Musik nach Metern verkauft“, sagt Scharl. Der "Musiker“ muss die Ziehharmonika nur noch aufziehen und zusammendrücken.

Die Sammlung der mechanischen Musikinstrumente wird jeden Sonntag um 11.30 Uhr, nach Bedarf auch um 12.15 Uhr, im Jagdschloss des Museums Burg Linn von Rainer Scharl, Anne Maaß, Manfred Schmitz, Manfred Meyer und Jürgen Schulenburg vorgeführt. Die Museumsführer erläutern dabei unter anderem auch die Funktionsweise der Instrumente. "In einem weiten Umkreis sind wir das einzige Museum, das so eine Sammlung öffentlich zeigt“, betont Dr. Christoph Dautermann, stellvertretender Leiter des Museums Burg Linn. Die Vorführungen sind kostenlos, um eine Spende für den Erhalt der Instrumente wird gebeten.


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