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Kooperation für sauberes Grund- und Trinkwasser

Landwirte und Stadtwerke ziehen an einem Strang

Wasser ist die Quelle allen Lebens. Dass es besonders sauber sein muss, wenn es als Lebensmittel verwendet wird, liegt auf der Hand. Aus diesem Grund besteht zwischen den Krefelder Landwirten und den Stadtwerken Krefeld (SWK) eine lange Kooperation.

Krefeld - Insgesamt gibt es drei Kooperationsgebiete: Nordwest, Südwest (zum Teil auf Willicher Gebiet) und Südost (zum Teil auf Meerbuscher Gebiet). Die Bewirtschaftung der Oberflächen durch die Landwirtschaft mit Düngemitteln oder Gülle kann den Boden verunreinigen oder mit Stoffen anreichern, die in großen Mengen die Qualität des Wassers beeinflussen. Da die Stadtwerke das Krefelder Trinkwasser ausschließlich aus Grundwasser gewinnen, achten sie auf einen entsprechenden Schutz. "Das tun wir in Zusammenarbeit mit den Landwirten. Wir verständigen uns auf Maßnahmen, die das Grundwasser schützen", erklärt Michael Rögele, Geschäftsführer der SWK Aqua.

Eine davon ist zum Beispiel der Verzicht auf eine intensive Düngung. Ausfälle, die die Landwirte dadurch erfahren, werden durch einen Ausgleich aufgefangen. Jährlich stehen dafür 250 000 Euro zur Verfügung. 60 Parameter gibt es für Trinkwasser, auf die in den 80 Grundwassermessstellen und den 40 Brunnen geachtet wird. Einer der Stoffe, der nicht in zu großer Menge im Wasser vorkommen darf, ist Nitrat. "Wenn wir Nitrat in unseren Werken aus dem Wasser filtern würden, hätte das eine immense Kostensteigerung zur Folge", so Rögele. Günstiger - und eben schonender ist da die Zusammenarbeit mit den Landwirten. Der Erfolg ist messbar. Sowohl im Wasserwerk an der Gladbacher Straße, als auch im Wasserwerk In der Elt bleiben die Werte deutlich unter dem Grenzwert, der bei 50Milligramm pro Liter liegt. An der Gladbacher Straße werden fünf Milligramm pro Liter erreicht, In der Elt sind es 25, bedingt durch den kieshaltigen Boden im Osten. Durch eine sogenannte Zwischenfruchtbegrünung erreichen die Landwirte, dass Stick- und Nährstoffe gesichert werden, weniger Dünger wird dadurch notwendig. Unabdingbar ist dabei die Zusammenarbeit auch untereinander. "Die Zeiten, in denen jeder Bauer sein eigenes Ding gemacht hat, sind vorbei. Wer nicht mit anderen zusammenarbeitet, hat heute keine Chance mehr, in diesem Bereich zu überleben", sagt Landwirt Heinz-Albert Schmitz. So tauschen die Bauern auch untereinander ihre Flächen, um nicht immer das gleiche anpflanzen zu müssen.

Das Anlegen von Blühstreifen stammt ebenfalls aus dem Maßnahmen-Katalog. Es dient nicht nur dem Grundwasser-, sondern auch dem Insektenschutz. An insgesamt 18 Flächen in Krefeld - überwiegend in Wasserschutzgebieten - wurden Stellen vom Ackerland als extensives Grünland, Ackerbrache oder Blühstreifen deklariert. Hier kommen keine Dünge- oder Pflanzenschutzmittel zur Anwendung. Insekten und Kleintiere finden ein neues Zuhause, da auch selten gemäht wird, beschreibt Landwirt Thomas Vennekel. 30 Hektar kommen so zusammen. Hinweis- Schilder informieren entsprechend. Schmitz und Vennekel sehen die Maßnahmen übrigens nicht als Last, sondern als ihre Pflicht. Vennekel: "Boden und Wasser sind unser höchstes Gut. Wenn wir darauf nicht achten, entziehen wir uns unsere eigene Grundlage."


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