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Konzept "Nette Toilette" kommt

Öffentlichen Toilettenanlagen weiter ausbauen

Seit Jahren wird aus den Stadtbezirken ein steigender Bedarf an öffentlichen Toilettenanlagen gemeldet, der von den derzeit 47 vorhandenen Anlagen nicht mehr abgedeckt werden kann.

Düsseldorf - Nun wird die Stadtverwaltung das Konzept der Netten Toilette, das sich in mehr als 200 Städten und Gemeinden bundesweit bewährt hat, in Düsseldorf einführen.

Als Nette Toilette wird eine von Händlern oder Gastronomen zur kostenlosen öffentlichen Nutzung bereitgestellte Toilette bezeichnet. Dafür erhalten diese von der örtlichen Stadtverwaltung eine Aufwandsentschädigung. Ein Pilotprojekt dazu läuft in Düsseldorf bereits im Stadtbezirk 1 (Altstadt, Carlstadt, Stadtmitte, Pempelfort, Derendorf, Golzheim). Auf Initiative und mit Mitteln der Bezirksvertretung 1 wurde das Konzept Nette Toilette dort seit 1. August 2015 und noch bis 30. Juni dieses Jahres getestet. Dabei stellen derzeit fünf Gastronomiebetriebe ihre Toilettenanlagen zur Verfügung. Die Resonanz in der Bevölkerung und in verschiedenen Medien war durchgehend positiv und es wurde angeregt, dieses Konzept stadtweit anzubieten.

Es soll nun durch den Abschluss von Nutzungsvereinbarungen mit den Eigentümern oder Pächtern von Gastwirtschaften starten. Die Nutzungsvereinbarungen sollen unbefristet mit einer Kündigungsfrist von 14 Tagen abgeschlossen werden. Die Vertragsabwicklung, die Verwaltung der Verträge sowie die Zahlung der Aufwands-entschädigungen an die teilnehmenden Händler und Gastronomen übernimmt das Amt für Gebäudemanagement. Es ist zudem beabsichtigt, die Bezirksvertretungen in die Planung der einzelnen Standorte mit einzubinden, da diese die Situation und die Bedarfe vor Ort am besten beurteilen können. Die Auswahl der Gastronomen soll - wie bereits bei dem Pilotprojekt mit der Bezirksvertretung 1 - auf Vorschlag der Bezirksvertretungen erfolgen.

In Anlehnung an die üblichen Preise in anderen Städten und Gemeinden, die an dem Konzept Nette Toilette teilnehmen, ist geplant, den Gastronomen eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 50 Euro anzubieten. In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei barrierefreien Toiletten/WC mit Wickelauflagen, kann die Aufwandsentschädigung bis zu 100 Euro im Monat betragen. Für die Zahlungen dafür werden Haushaltsmittel in Höhe von 75.000 Euro im Jahr veranschlagt. 

Das Konzept der öffentlichen Nutzung von Toiletten in Gaststätten entstand im Jahr 2000 in der Stadt Aalen und wurde zusammen mit der ebenfalls in Aalen ansässigen Werbeagentur Studioo GmbH umgesetzt. Die Werbeagentur hatte sich die entsprechenden Markenrechte an dem Logo "Nette Toilette" schützen lassen, so dass ein Erwerb der Markenrechte erforderlich ist. Das Konzept Nette Toilette ist als Marke bundesweit etabliert und hat einen Wiedererkennungswert. Zur besseren Übersicht des Angebots wird zudem eine Nette-Toilette-App für ein GPS-fähiges Smartphone angeboten.

Das Amt für Gebäudemanagement hat festgestellt, dass ein zusätzlicher Bedarf für öffentlich nutzbare Toiletten besteht. Dieser Bedarf wurde auf Grundlage der konkret vorliegenden Meldungen aus den Bezirksvertretungen und verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung, aufgrund der steigenden Anfragen von Bürgern und der zu erwartenden demografischen Entwicklung ermittelt. Das Betreiben von öffentlichen Toilettenanlagen ist aufwändig. Die im Eigentum der Stadt befindlichen Toilettenanlagen werden von der Awista GmbH über einen Betriebsführungsvertrag betrieben. Die Kosten für die instandhaltungsintensiven Toilettenanlagen trägt die Stadt Düsseldorf.


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