17.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kohl verklagt angeblich erneut Ex-Biografen Schwan

Kohl verklagt angeblich erneut Ex-Biografen Schwan

Streit um Tonbänder von Gesprächen mit Altkanzler

Altkanzler Kohl verklagt offenbar erneut seinen früheren Biografen Heribert Schwan.

Berlin - Kohl habe seine Anwälte beauftragt, die Veröffentlichung eines neuen Buches von Schwan zu stoppen, berichtet das Magazin. Grund des Streits sei der Verdacht, Schwan habe für die Publikation jene 200 Tonbänder aus Gesprächen mit Kohl verwertet, deren Nutzung ihm nach seinem Bruch mit dem Altkanzler vom Oberlandesgericht Köln im August untersagt wurde. Kohl wollte sich demnach zum Verfahren nicht äußern.

Laut "Spiegel" soll Kohl in Gesprächen mit seinem Ghostwriter Schwan zum Teil drastisch mit seinen Parteifreunden abgerechnet haben. Kohl klagte demnach in deutlichen Worten über CDU-Politiker wie Kanzlerin Angela Merkel, den früheren Bundesminister Norbert Blüm oder den früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten Christian Wulff.

Schwan hatte in den Jahren 2001 und 2002 insgesamt 630 Stunden Gespräche aufgezeichnet, die er mit Kohl in dessen Haus in Oggersheim geführt hatte. Sie dienten Schwan bei der Abfassung der Kohl-Memoiren. Nach seinem schweren Treppensturz 2008 musste Kohl die Arbeit mit Schwan an der Biografie unterbrechen. Im März 2009 kündigte der Altkanzler schließlich die Zusammenarbeit mit dem Journalisten auf.

Dem "Focus" zufolge will Kohl am Mittwoch persönlich die Neuausgabe seiner Erinnerungen auf der Frankfurter Buchmesse vorstellen.

(xity, AFP)


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