23.03.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> "Körperwelten" kein Verstoß gegen Bestattungsgesetz

"Körperwelten" kein Verstoß gegen Bestattungsgesetz

Gericht sieht keinen Grund für Museumsverbot in Berlin

Das geplante "Körperwelten"-Museum am Berliner Alexanderplatz verstößt nach einer Entscheidung des Verwaltungsgericht Berlin nicht gegen das Bestattungsgesetz des Landes.

Berlin - Das entschied das Verwaltungsgericht Berlin und machte damit den Weg frei für die Eröffnung eines Museums von plastinierten menschlichen Körpern und Körperteilen in den Sockelbauten des Fernsehturms im Januar.

Das Bezirksamt Mitte hatte das Museum unter Verweis auf das Berliner Bestattungsgesetz verbieten wollen. Dagegen hatte die Gesellschaft, zu der das Museum gehört, geklagt. Der Wissenschaftler und Unternehmer Gunther von Hagens hat die Ausstellung "Körperwelten" als Wanderausstellung bisher in 19 deutschen Städten gezeigt, darunter dreimal in Berlin.

Das Gericht gab der Klage der Gesellschaft gegen das Museumsverbot jetzt statt. Für die Ausstellung sei keine vorherige Genehmigung nach dem Bestattungsgesetz erforderlich, hieß es in einer Mitteilung des Gerichts. Auch wenn die Plastinate nach dem Wortlaut des Gesetzes immer noch Leichen seien, habe der Gesetzgeber solche plastinierten Leichen im Bestattungsgesetz nicht mit erfassen wollen, begründete das Gericht seine Entscheidung. Das Gesetz ziele auf die schnelle Bestattung Verstorbener ab. Plastinate seien für eine Bestattung aber "weder zugänglich noch hierfür vorgesehen".

Die Ausstellung unterliege daher nur dem allgemeinen Ordnungsrecht, hieß es weiter. Eingriffsmöglichkeiten gebe es etwa bei einem Verstoß gegen die öffentliche Ordnung. Bei früheren Ausstellungen hätten andere Gerichte einen solchen Verstoß nur bei einzelnen Ausstellungsstücken wie dem Objekt "Schwebender Akt" angenommen. Das Berliner Verwaltungsgericht hat die Berufung zugelassen.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH