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Kölns OB Reker nimmt einen Monat nach Attentat Amtsgeschäfte auf

58-Jährige: Messerstecher hat bei Tat "freundlich gelächelt"

Gut einen Monat nach dem Messerangriff eines mutmaßlichen rechtsextremen Attentäters hat Kölns neue Oberbürgermeisterin Henriette Reker ihre Arbeit im Rathaus der Millionenstadt aufgenommen.

Köln - Bei ihrem ersten Auftritt seit dem Angriff vom 17. Oktober nannte die parteilose Politikerin vor Journalisten in Köln erstmals Einzelheiten des Mordversuchs, bei dem sie schwere Halsverletzungen erlitten hatte. Der Attentäter sei an einem Wahlkampfstand auf einem Wochenmarkt auf sie zugekommen, habe "freundlich gelächelt" und ihr das Messer in den Hals gestoßen, sagte die 58-Jährige.

"Ich habe viel Glück gehabt", unterstrich die frühere Kölner Sozialdezernentin, die einen Tag nach dem Messeranschlag zur neuen Oberbürgermeisterin der Domstadt gewählt worden war. Von ihrem Wahlerfolg erfuhr die nach der Tat notoperierte Reker erst vier Tage nach der Wahl durch ihren Ehemann im Krankenhaus. Die anschließende Entscheidung, die Wahl anzunehmen, sei ihr "leicht" gefallen, sagte Reker. Es habe für sie "zur Pflichterfüllung" gehört, noch auf dem Krankenbett zu sagen "Du nimmst das jetzt in die Hand."

Wegen des Attentats auf Reker, bei dem auch vier weitere Menschen verletzt wurden, ermittelt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Nach Erkenntnissen der Strafverfolger hatte der Mordversuch eindeutig einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Der 44-jährige Tatverdächtige soll Reker demnach wegen deren Engagements bei der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen gezielt als Opfer ausgewählt haben.

(xity, AFP)


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