Kölner Arbeitsmarkt in der Corona-Krise

Beschäftigungsanstieg stagniert erstmals

Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik hat den Bericht „Kölner Statistische Nachrichten 7/2021 Arbeitsmarkt Köln - Corona-Krise: Rückblick 2020, bisherige Entwicklung und Ausblick 2021“ veröffentlicht.

Köln - Die Corona-Pandemie geht auch am Kölner Arbeitsmarkt nicht spurlos vorbei: Der seit nunmehr zehn Jahren zu beobachtende kontinuierliche Beschäftigungsanstieg in Köln ist in Folge der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie zum Stillstand gekommen: Zur Jahresmitte 2020 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr um 3.000 (minus 0,5 Prozent) auf nunmehr 579.600 zurückgegangen. Damit liegt Köln im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten im unteren Mittelfeld.

Besonders gering Verdienende betroffen

Insbesondere die Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnisse ist um rund ein Zehntel deutlich zurückgegangen (minus 11.600 oder minus 9,1 Prozent). Zeitgleich stieg die Zahl der Arbeitslosen in Köln im Jahresdurchschnitt 2020 deutlich gegenüber 2019 auf 55.200 (plus 19 Prozent oder plus 8.800). Die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten offenen Stellen sank gegenüber dem Vorjahr deutlich um fast 40 Prozent (minus 16.100).

Kurzarbeit sichert Arbeitsplätze

Durch Kurzarbeit konnten in Köln zahlreiche Arbeitsplätze gesichert werden: Im Juni 2020 realisierten die Kölner Unternehmen für 71.000 Personen oder zwölf Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten das Kurzarbeitergeld. Ohne die Inanspruchnahme von Kurzarbeit wäre die Beschäftigung in Köln gegenüber dem Vorjahr um 74.000 oder 13 Prozent zurückgegangen.

Zeitarbeit und Gastgewerbe verzeichnen starken Rückgang

In Folge der Corona-Krise ist die Zahl der Arbeitsplätze insbesondere bei der Zeitarbeit (minus 3.100 Arbeitsplätze) und im Gastgewerbe (minus 1.800 Arbeitsplätze) deutlich gesunken. Von den Beschäftigtenrückgängen und dem Übergang in Arbeitslosigkeit waren am stärksten die Jüngeren unter 25 Jahre betroffen. Arbeitsplatzgewinne gab es vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 2.000), in der Öffentlichen Verwaltung (plus 1.900 Arbeitsplätze) und bei IT-Dienstleistungen (plus 1.300 Arbeitsplätze).

Nach der aktuellen Regionalprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von März 2021 soll die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Köln in diesem Jahr geringfügig um 0,2 Prozent auf rund 586.300 steigen und gleichzeitig die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenzahl auf 53.700 (minus 2,7 Prozent) zurückgehen.