09.12.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Koalition erhöht Druck für besseren Impfschutz

Koalition erhöht Druck für besseren Impfschutz

Reaktion auf jüngste Masern-Welle

Die Regierungskoalition hat sich auf Regelungen für mehr Schutzimpfungen vor ansteckenden Krankheiten wie Masern verständigt.

Berlin - Die Koalition wolle "mehr Verbindlichkeit beim Impfen" erreichen, sagte der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" mit Blick auf die jüngste Masernwelle in Deutschland.

Mit den Neuregelungen wird dem Bericht zufolge der Druck erhöht, sich impfen zu lassen. So könne nicht geimpften Kindern der Besuch einer Kita oder Schule verboten werden, wenn dort Masern auftreten. Zudem müsse eine ärztliche Impfberatung vor der Aufnahme eines Kindes in eine Kita schriftlich nachgewiesen werden. Länder sollen überdies Bußgelder verhängen können, wenn für ein Kind nach der Zuweisung eines Kita-Platzes keine Impfberatung nachgewiesen werden kann.

Arbeitgeber sollen außerdem die Möglichkeit haben, Beschäftigte ohne Impfschutz an einer anderen Stelle einzusetzen. Um die Bürger zum Impfen zu bewegen, sind auch Anreize wie Bonusprogramme vorgesehen.

Spahn verwies zur weiteren Begründung auf den jüngsten massiven Masern-Ausbruch. "Unser Ziel ist, dass möglichst alle Kinder in Kindergärten und Schulen gut geimpft sind", sagte er der Zeitung.

Vor allem in Berlin sorgte in den vergangenen Monaten eine ungewöhnlich starke Masernwelle mit mehr als 1200 Fällen für Schlagzeilen. Auch in Sachsen, Thüringen und Bayern kam es zu einer Häufung von Masernfällen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, dass Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr zweimal geimpft werden. Alle nach 1970 geborenen Erwachsenen sollten einmal geimpft werden, wenn sie bisher nicht gegen Masern geimpft sind, nur einmal in der Kindheit geimpft wurde oder der Impfstatus unklar ist.

(xity, AFP)


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