19.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Klinik-Mitarbeiter verschickten Fotos von Patienten

Klinik-Mitarbeiter verschickten Fotos von Patienten

Bilder aus Aachener Notaufnahme über WhatsApp geteilt

Das Aachener Universitätsklinikum hat sich von fünf Pflegekräften getrennt, die teils entwürdigende Fotos von Patienten in der Notaufnahme gemacht haben sollen.

Aachen - Dieses Verhalten einzelner Mitarbeiter stelle für die Klinik "einen nicht akzeptablen Werte- und Vertrauensbruch dar", erklärte das Krankenhaus. "Wir distanzieren uns scharf davon und haben uns von den Mitarbeitern auch umgehend getrennt." Zugleich betonte die Klinik, Patienten seien nicht zu Schaden gekommen und Behandlungsabläufe nicht gestört worden.

Nach Informationen der "Aachener Nachrichten" und der "Aachener Zeitung" sollen sich die Pflegekräfte mit den Patienten fotografiert und diese zuvor geschminkt oder verkleidet haben. Die Fotos seien über den Kurznachrichtendienst WhatsApp veröffentlicht worden.

Das Uniklinikum wollte sich mit Verweis auf das Persönlichkeitsrecht der Betroffenen nicht zu Einzelheiten äußern. Die Aachener Staatsanwaltschaft prüft nach Angaben eines Sprechers, ob im Zusammenhang mit den Fotos der Anfangsverdacht einer Straftat vorliegt.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, erklärte angesichts des Aachener Vorfalls, der Patient selbst oder dessen Angehörige hätten "kaum eine Chance, sich vor solchen Übergriffen zu schützen". "Auch wenn es sich immer wieder um Einzelfälle handelt, muss das Thema regelmäßig auf die Tagesordnung der Teambesprechungen", forderte Brysch. "Jede Einrichtung in Deutschland ist hier gefordert. Wir brauchen eine Kultur des Hinschauens." Denn oft würden solche Vorfälle "nur aufgedeckt, weil Mitglieder des Teams eingreifen".

(xity, AFP)


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