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Klima war zuletzt so warm wie seit 1400 Jahren nicht

Deutscher Wetterdienst legt aktuelle Daten vor

Die vergangenen drei Jahrzehnte waren nach Daten des Deutschen Wetterdiensts wohl die wärmsten seit 1400 Jahren.

Berlin - Die drei Jahrzehnte von 1983 bis 2012 waren nach Erkenntnissen des Deutschen Wetterdiensts (DWD) auf der Nordhalbkugel der Erde wahrscheinlich der wärmste 30-Jahres-Zeitraum seit 1400 Jahren. Das berichtete der DWD auf seiner Klima-Pressekonferenz 2014. Auch das vergangene Jahr war demnach weltweit erneut weit wärmer als im langjährigen Durchschnitt zu erwarten gewesen wäre. Die globale Mitteltemperatur habe etwa 0,5 Grad höher gelegen als der Schnitt von 14 Grad.

2013 gehörte damit zu den zehn wärmsten Jahren seit etwa 1850, erklärte der staatliche meteorologische Dienst Deutschlands. In der Bundesrepublik habe die Jahresmitteltemperatur um 0,5 Grad über dem Soll der Referenzperiode 1961-1990 gelegen. Die Daten belegten zudem, dass die Temperaturen in Deutschland seit dem Beginn der Zeitreihenmessung vor 132 Jahren bereits um gut 1,2 Grad gestiegen seien. Auch bestehe "kein Anlass, von einem Ende der allgemeine Erwärmung auszugehen".

Folgen zeigen die Klimaveränderungen nach Berechnungen des DWD unter anderem bereits beim Niederschlag. Seit 1881 nahmen Regen und Schneefall in Deutschland im Jahresmittel um etwa zehn Prozent zu. Feuchter wurden dabei vor allem die Winter. Die Niederschlagsmenge in dieser Jahreszeit nahm seit damals um 30 Prozent zu. In den Sommermonaten ging sie seit 1881 dagegen um 1,2 Prozent zurück, wie die Wetterexperten mitteilten.

Angesichts der fortschreitenden globalen Erwärmung verändern sich die Niederschlagsmuster auch weltweit. Laut DWD verstärken sich dabei bis voraussichtlich 2100 generell die ohnehin vorherrschenden Trends - trockene Gebiete werden also trockener, feuchte wahrscheinlich feuchter. Die Lage in Regionen wie Nordchina oder im Mittelmeerraum, die bereits heute unter Wassermangel litten, werde sich auch künftig nicht entspannen. Im gemäßigten Klima Mitteleuropas würden dagegen tendenziell längere Trockenphasen und häufigere Starkregen den Druck zur Anpassung an den Klimawandel erhöhen.

"Die beobachteten Trends beim Niederschlag und den Extremen machen eines sehr klar: Politik, Gesellschaft und Klimaforschung müssen sich mit diesem Aspekt der Klimaveränderung intensiver auseinandersetzen als bisher", erklärte DWD-Vizepräsident Paul Becker. Zu viel Wasser sei ebenso ein Problem wie zu wenig.

Aussagen zu Risiken und Folgen des Klimawandels sowie möglichen Anpassungsmaßnahmen werden auch vom Bericht der Arbeitsgruppe II des Weltklimarats IPCC erwartet, der am Montag im japanischen Yokohama veröffentlicht wird.

(xity, AFP)


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