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Kita-Kinder bekommen meist keine ausgewogene Ernährung

Zu viel Fleisch - zu wenig Fisch und Gemüse

Kindergartenkinder bekommen in Deutschland oft keine ausgewogene Ernährung.

Berlin - Zu viel Fleisch, zu wenig Obst und vorgekochtes Mittagessen: Kindergartenkinder bekommen in Deutschland keine ausgewogene Ernährung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die am Montag in Gütersloh veröffentlicht wurde. Nur in jeder dritten Kita entspricht das Essen demnach anerkannten Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Nur zwölf Prozent der bundesweit rund 1080 befragten Kitas bieten den Kindern genügend Obst an, lediglich 19 Prozent ausreichend Salat oder Rohkost.

Fisch steht ebenfalls zu selten auf dem Speiseplan: Nur etwa jede dritte Kita (30 Prozent) bietet wie empfohlen mindestens viermal Fisch binnen 20 Tagen an. Fleisch kommt dagegen bei drei Viertel der Tageseinrichtungen viel zu häufig auf den Teller.

Auch die Essensanbieter sind laut Studie noch zu wenig auf kindgerechte Verpflegung ausgerichtet: Deutschlandweit lassen zwei von drei Kitas das Mittagessen anliefern. Aber nur jeder zehnte Caterer bietet speziell am Bedarf von Kindern ausgerichtete Mittagessen an.

Die Autoren um Ulrike Arens-Azevêdo von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg bemängeln in ihrer Studie neben fehlenden verbindlichen Qualitätsstandards auch eine Unterfinanzierung der Kita-Verpflegung. Wenn jedes Kind, das in seiner Kita isst, täglich ein gesundes Mittagessen erhalten soll, müssten demnach bundesweit jährlich 1,8 Milliarden Euro aufgewendet werden. Das seien bis zu 750 Millionen Euro mehr als Eltern heute ausgeben.

Durchschnittlich zahlen Eltern den Kitas heute 2,40 Euro für ein Mittagessen. Eine gesunde und ausgewogene Mittagsverpflegung kostet der Studie zufolge aber mindestens vier Euro.

(xity, AFP)


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