Kipping fordert "Merkel-Plan" für Euro-Krisenländer

Linken-Chefin kritisiert Sparauflagen für Griechenland

Katja Kipping, Chefin der Linkspartei, hat ein Konjunktur-Programm für Europas Krisenländer gefordert.

Berlin - "Mittelfristig braucht es für ganz Südeuropa einen Investitions- und Aufbauplan nach Vorbild des Marshall-Plans für Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg", sagte die Parteivorsitzende der "Bild am Sonntag". "Dieses Programm darf ruhig 'Merkel-Plan' heißen. Merkel hätte damit die Chance, in die Fußstapfen des Europäers Helmut Kohl zu treten."

Die Politik der internationalen Geldgeber gegenüber Griechenland verurteilte Kipping als undemokratisch. "Im Zuge der sogenannten Hilfspakete haben Troika-Beamte, die von niemandem gewählt wurden, einer demokratisch gewählten Regierung Vorschriften gemacht. Da wird Demokratie ausgehebelt." Kipping warf den Geldgebern Griechenlands vor, das Land wirtschaftlich zu erpressen. Durch die Kürzungsauflagen der Troika sei es dem Land unmöglich, seine Schulden zurückzuzahlen.

Die griechische Regierung verhandelte am Wochenende in Brüssel mit Vertretern der internationalen Geldgeber über die Freigabe der letzten Milliardentranche aus dem zweiten Hilfspaket. Dafür muss die linksgeführte Regierung eine überarbeitete Reformliste vorlegen. Diese soll am Montag offiziell präsentiert werden.

(xity, AFP)