14.12.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kipping fordert Einigkeit von Fraktionsführung

Kipping fordert Einigkeit von Fraktionsführung

Linkspartei verliert nach Gysi-Rückzug in Wählergunst

Nach der Rückzugsankündigung von Linksfraktionschef Gregor Gysi hat seine Partei in der Wählergunst einer Umfrage zufolge an Zustimmung verloren.

Berlin - Sie hoffe, dass es der Doppelspitze "in der Fraktion gelingt, das Gemeinsame in den Mittelpunkt zu stellen", sagte Kipping der Zeitung "Bild am Sonntag".

Für Gysis Nachfolge, der seinen Rücktritt für Oktober angekündigt hatte, ist eine Doppelspitze aus seinen Stellvertretern Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch im Gespräch. Der Parteivorstand will am Montag bekannt geben, wen er für die Nachfolge vorschlagen will. Wagenknecht wird dem kommunistischen Flügel der Partei zugerechnet, Bartsch gilt als Realo.

Kipping betonte, dass in der Linkspartei ein neuer Umgang miteinander gepflegt werde: "Heute werden nicht Leute belohnt, die spalten oder Aggressivität aussenden. Das war vor ein paar Jahren noch anders." Die Fraktion stehe jetzt vor der Herausforderung, "noch stärker als Fraktion des Gemeinsamen in Erscheinung zu treten", sagte sie der "Bild am Sonntag".

Eine rot-rot-grüne Koalition ist nach den Worten Kippings nur bei einer umfassenden Neuausrichtung in wichtigen Politikfeldern vorstellbar: "Für eine Regierungsbeteiligung muss erst der Zeitgeist verändert werden. Niemand erwartet, dass wir bei Rot-Rot-Grün 100 Prozent unseres Wahlprogramms umsetzen. Aber es gibt Dinge, die machen wir nie: Mit der Linken wird es keine Kriegseinsätze geben, keine Privatisierungen und keine Sozialkürzungen."

Regierungsfähig ist die Linke laut Kipping dennoch: "In Thüringen beweisen wir doch gerade sogar, dass wir eine Regierung führen können. Wir haben dort den Zeitgeist verändert. Die Thüringer haben heute eine deutlich positivere Einstellung Flüchtlingen gegenüber als vor dem Wechsel hin zu Bodo Ramelow."

Einer Umfrage zufolge verlor die Linkspartei nach Gysis Rückzugsankündigung in der Wählergunst. Sie verlor einen Prozentpunkt und kommt nun auf neun Prozent, wie aus dem aktuellen Sonntagstrend im Auftrag der "Bild am Sonntag" hervorgeht.

(xity, AFP)


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