10.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kindersicherheitsreport zu Badeunfällen

Kindersicherheitsreport zu Badeunfällen

Jungen doppelt so häufig gefährdet wie Mädchen

Acht Prozent aller Eltern mussten ihr Kind schon einmal aus einer gefährlichen Situation im oder am Wasser retten - Jungen waren dabei doppelt so oft betroffen wie Mädchen.

Köln - Das geht aus einer repräsentativen Studie in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa und der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. Demnach waren in den genannten Gefahrensituationen die Kinder am häufigsten in einen Teich, ein Planschbecken oder in einen Swimmingpool gefallen (26 Prozent). In zwei Dritteln der geschilderten Fälle waren es Jungen, die gerettet werden mussten. Damit bestätigt der Kindersicherheitsreport Analysen des Statistischen Bundesamtes, wonach Jungen in allen Altersgruppen und bei sämtlichen Verletzungen grundsätzlich häufiger betroffen sind als Mädchen.
Am deutlichsten ist dieser Geschlechterunterschied bei Jugendlichen und er setzt sich bis ins Erwachsenenalter fort: Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) waren im vergangenen Jahr 80 Prozent aller in Deutschland ertrunkenen Personen männlichen Geschlechts. "Bei den rund 200 Einsätzen, die wir jährlich haben, sind es vor allem Jungen und Männer, die aus dem Wasser gerettet werden müssen. Wir führen dies zurück auf Leichtsinn, Überschätzen der Leistungsfähigkeit und ganz allgemein den Spaß am Schwimmen, der bei Jungen und Männern offenbar stärker ausgeprägt ist als bei den Mädchen und Frauen.", erklärt Michael Grohe Pressesprecher des Landesverbandes Nordrhein der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG).
Bevor Kinder schwimmen können, greifen Eltern meist zu sogenannten Schwimmhilfen. Die Mehrheit der im Kindersicherheitsreport befragten Eltern bewertet Schwimmweste (64 Prozent) und Schwimmflügel (56 Prozent) als sehr sicher bis eher sicher. Fast ein Viertel (23 Prozent) schreibt auch Schwimmreifen einen sicheren Schutz vor dem Ertrinken zu. "Solche Schwimmhilfen gaukeln eine trügerische Sicherheit vor und schützen die Kinder im Notfall nicht vor dem Ertrinken.", warnt Dr. Stefanie Märzheuser, Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. Immerhin 22 Prozent der befragten Eltern schätzen keine der genannten Schwimmhilfen als sehr sicher oder sicher ein.

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