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Kindergeld auch während eines dualen Studiums

BFH: Enthaltene Lehre keine getrennte Ersausbildung

Eltern haben während eines dualen Studiums ihrer Kinder durchgehend Anspruch auf Kindergeld.

München - Denn die in solchen Studiengängen enthaltene Lehrausbildung gilt nicht bereits als getrennte Erstausbildung, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem Urteil entschied.

Kindergeld wird zunächst vorbehaltlos bis zum 18. Geburtstag gezahlt, danach weiter bis zum 25. Geburtstag, wenn sich das Kind in einer Ausbildung befindet. Auf die Höhe des Einkommens des Kindes kommt es seit Anfang 2012 nicht mehr an. Bei einer Zweitausbildung darf das Kind allerdings nebenher nicht mehr als 20 Wochenstunden arbeiten.

Im Streitfall hatte der Sohn nach seinem Abitur ein duales Bachelor-Studium im Steuerrecht begonnen. Integriert war eine Lehrausbildung zum Steuerfachangestellten. Diese schloss er erfolgreich ab, sein Studium erst zwei Jahre später. Während dieser zwei Jahre arbeitete der Sohn bereits über 20 Wochenstunden in einer Steuerkanzlei.

Die Familienkasse strich der Mutter daher das Kindergeld. Mit der Prüfung zum Steuerfachangestellten habe der Sohn bereits seine Erstausbildung abgeschlossen. Weil er neben seiner weiteren Ausbildung über 20 Wochenstunden arbeite, bestehe kein Anspruch auf Kindergeld mehr.

Wie nun der BFH entschied, sind bei dualen Studiengängen Lehrausbildung und Studium aber als "eine einheitliche Ausbildung zu werten". Dies sei immer dann der Fall, wenn die Ausbildungsabschnitte "in einem engen zeitlichen und sachlichen Zusammenhang" erfolgen.

Entsprechend gehörten hier die auf den Ausbildungsabschluss folgenden zwei Studienjahre noch zur "Erstausbildung" des Sohnes. Auf die Nebentätigkeit über 20 Wochenstunden komme es daher nicht an.

Missbrauch wollen allerdings auch die obersten Finanzrichter nicht akzeptieren. Die Familienkasse könne das Kindergeld streichen, wenn sich Kinder nur "pro forma" in einen Studiengang einschreiben, ohne ihren Studienabschluss "ernsthaft und nachhaltig" zu betreiben, erklärte der BFH.

(xity, AFP)


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