Kfz-Versicherer bieten demnächst automatisches Unfallmeldesystem an

Sensor registriert Aufprall und alarmiert Notfallzentrale

Kfz-Versicherer haben ein automatisches Unfallmeldesystem entwickelt. Der Dienst besteht aus einem mit einer App auf dem Smartphone des Autofahrers verbundenen Sensor und setzt bei einem Aufprall über sie eine Alarmmeldung an eine Notrufzentrale ab.

Berlin - Es bestehe aus einem Aufprallsensor, der über eine spezielle Smartphone-App eine Alarmmeldung an eine Notrufzentrale sende, erklärte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Dienstag. Das System sei technisch in nahezu allen Autos einsetzbar. Die Preisgestaltung sei Sache der teilnehmenden Versicherungen.

"Dank des Unfallmeldedienstes werden die Rettungskräfte in vielen Fällen deutlich schneller vor Ort sein als bisher. So helfen wir, Leben zu retten und Verletzte so schnell wie möglich zu versorgen", erklärte Peter Slawik vom GDV. Bei leichten Unfällen soll die Zentrale Versicherten zudem bei der Unfallaufnahme oder auch bei der Organisation von Reparatur- und Abschleppdienstleistungen helfen.

Das von den Technik-Unternehmen Bosch und IBM entwickelte Meldesystem soll offiziell am 4. April starten. Sein Herzstück ist ein Stecker mit Beschleunigungssensoren, der in der Stromanschluss-Buchse am Armaturenbrett des Autos befestigt wird. Melden diese einen Aufprall, aktiviert der Stecker über Bluetooth eine App, die der Anwender auf seinem Smartphone installieren muss. Diese alarmiert wiederum die Notrufzentrale.

Anhand der übermittelten Daten kann die beim GDV angesiedelte Zentrale die Schwere des Unfalls einschätzen, die Position des Autos ermitteln und eine Mobilfunkverbindung zum Fahrer aufbauen. Wenn dieser sich nicht meldet, werden die Rettungsdienste informiert. Handelt es sich nur um Blechschäden, verbindet die Zentrale etwa zum Service-Center des Versicherers. Der Autofahrer kann jederzeit auch manuell einen Notruf absetzen.

Die deutschen Kfz-Versicherer betreiben nach eigenen Angaben über ein Tochter bereits seit langem eine Zentrale, in der unter anderem die Meldungen aus den Notrufsäulen an Autobahnen auflaufen sowie Pannendienste organisiert werden. Der GDV betonte, das Unfallmeldesystem arbeite mit "größtmöglicher Datensparsamkeit" und übermittle nur unbedingt nötige Informationen. Im Normalbetrieb würden gar keine Daten übertragen.

Die Konditionen und die genauen Termine für die Aktivierung legen den Angaben zufolge die an dem Programm teilnehmenden Versicherer jeweils in Eigenregie fest. Einzelheiten müssten interessierte Kunden mit ihrem Anbieter klären. Die R+V-Versicherung erklärte, sie biete es für weniger als 30 Euro im Jahr zusätzlich zu den üblichen Schutzbrief-Leistungen an.

(xity, AFP)