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Kellner betont Nähe der Grünen zur SPD

Bundesgeschäftsführer beklagt den Verlust rot-grüner Machtoptionen

Angesichts von wiederholten Sticheleien aus der SPD hat Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner die Nähe seiner Partei zu den Sozialdemokraten betont.

Berlin - "Wir haben nach wie vor die größten Überschneidungen mit der SPD", sagte Kellner der "Frankfurter Rundschau" vom Samstag. "Deshalb braucht sie uns auch nicht mit öffentlichen Ratschlägen zu überziehen", kritisierte der Grünen-Parteimanager.

Kellner reagierte damit auf wiederholte kritische Äußerungen aus der SPD-Spitze: Die Parteivorsitzende Andrea Nahles mahnte ihre Partei in der Flüchtlingspolitik kürzlich zu einer schärferen Abgrenzung von den Grünen. "Die Imitation der Grünen hilft uns nicht weiter", sagte sie. "Die Grünen nehmen eine einfache Position ein. Unser Kurs ist differenzierter, aber dafür realistisch."

Die SPD-Vizevorsitzende Malu Dreyer sagte der "Welt" von Samstag, die Grünen würden "nie" ein "klares sozialpolitisches Profil" besitzen. "Der Versuch einiger jüngerer Grüner, auf Sozialpolitik zu setzen, wird nicht funktionieren."

In aktuellen Umfragen befinden sich die Grünen derzeit im Hoch. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" steigern sich die Grünen auf 15 Prozent und somit auf den besten Wert seit sechseinhalb Jahren. Die SPD verharrt in der Umfrage bei 18 Prozent.

Kellner bemängelte einen flächendeckenden Verlust rot-grüner Machtoptionen, das sei "ein echtes Problem". Er verteidigte zudem den Kurs seiner Partei: "Wir reden über Gerechtigkeit, weil es neben der Ökologie das zentrale Thema der Zeit ist."

(xity, AFP)


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