16.02.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kein Mitverschulden bei Unfall von Radfahrern ohne Helm

Kein Mitverschulden bei Unfall von Radfahrern ohne Helm

BGH: Voller Schadenersatz für verunglückte Radfahrerin

Muss ein Fahrradfahrer einen Helm tragen, obwohl es keine Helmpflicht gibt? Der BGH hat nun entschieden.

Karlsruhe - Schuldlos in einen Unfall verwickelte Radfahrer tragen an ihren eigenen Verletzungen auch dann keine Mitschuld, wenn sie ohne Helm gefahren sind. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Er gab damit einer Radfahrerin recht, die ohne eigenes Verschulden in eine plötzlich geöffnete Autotür gefahren und dadurch gestürzt war.

Bei ihrem Sturz auf den Hinterkopf hatte sich die Frau schwer verletzt. Das Oberlandesgericht (OLG) Schleswig rechnete ihr daran eine Mitschuld von 20 Prozent zu, weil sie ohne Helm gefahren war.

Der BGH hob dieses Urteil nun auf und sprach der Radfahrerin vollen Schadenersatz zu. Das Tragen eines Schutzhelms sei für Radfahrer schließlich nicht vorgeschrieben. Auch habe es im Unfalljahr 2011 nicht dem "allgemeinen Verkehrsbewusstsein" entsprochen, dass ein Fahrradhelm "zum eigenen Schutz erforderlich und zumutbar gewesen wäre". 2011 hätten innerorts nur elf Prozent der Radfahrer einen Helm getragen.

(xity, AFP)


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