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"Kein Abschluss ohne Anschluss"

Düsseldorf startet neues Landesprogramm

Mit einer Auftaktveranstaltung für alle weiterführenden Schulen und Berufskollegs Düsseldorfs startet die Landeshauptstadt in das Landesprogramm "Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule/Beruf in NRW".

Düsseldorf - Regierungspräsidentin Anne Lütkes und Düsseldorfs Schuldezernent Burkhard Hintzsche werden die Veranstaltung eröffnen. Bei dieser Gelegenheit werden Stadt und Land eine gemeinsame Absichtserklärung über die Umsetzung des Vorhabens unterzeichnen. Berufs- und Studienorientierung werden damit an allen Düsseldorfer Schulen systematisiert und in die Fläche gebracht.
Bereits 2011 wurden unter Mitwirkung der Städte und Kommunen, der Landesministerien, der Kammern, Verbände und weiterer Partner aus dem Übergangsmanagement Beschlüsse gefasst, nach denen "Kein Abschluss ohne Anschluss" innerhalb der nächsten Jahre in ganz NRW umgesetzt werden wird. Drei Dinge stehen dabei im Vordergrund: Prävention statt Nachsorge auf dem Weg zum Schulabschluss, das Aufzeigen beziehungsweise die Schaffung von klaren Wegen bis hin zur konkreten Ausbildungs- oder Studienperspektive und die damit verbundene Verhinderung von Warteschleifen. Für die Zukunft soll es nach dem Willen
aller Beteiligten keinen schulischen Abschluss mehr geben, bei dem eine Schülerin oder ein Schüler ohne eine Anschlussperspektive, ohne einen realisierbaren Anschlussplan, die Schule verlässt.
Dabei erhalten die Schulen Unterstützung vom Land und den Kommunen. In Düsseldorf wurde bereits im Sommer 2013 per Ratsbeschluss der Weg zur Einrichtung einer so genannten Kommunalen Koordinierung frei gemacht. Aufgabe der Kommunalen Koordinierung ist es, die Schulen bei der Einführung und Umsetzung der künftig geltenden Standards der Berufs- und Studienorientierung zu unterstützen. Schuldezernent Burkhard Hintzsche betont in diesem Zusammenhang, dass es nicht nur Aufgabe der Schulen sein kann, die neuen Standards im Sinne von Pflichten zu erfüllen, sondern dass es eine besondere Aufgabe aller Akteure im Bereich Schule-Hochschule-Wirtschaft sein muss, Schule dabei zu unterstützen. Hintzsche: "Die Schulen haben vom Land eine Zusammenstellung der Instrumente und Angebote erhalten. Umgesetzt wird das nun aber von allen."
Die neu gefassten Standards sind vielschichtig. Sie setzen an bei der Gestaltung und Abstimmung der Schulkonzepte auf einheitliche Elemente wie Potenzialanalyse für alle Schülerinnen und Schüler in Klasse 8, der Einführung eines einheitlichen Portfolios oder der verpflichtenden Implementierung so genannter Praxisphasen – gemeint sind insbesondere Berufsfelderkundungen und Praktika. Sie reichen bis hin zu individuellen Vereinbarungen, die zukünftig mit jeder Schülerin und jedem Schüler im Hinblick auf den angestrebten Abschluss und den darauf folgenden Anschluss getroffen werden.
Die Landeshauptstadt Düsseldorf bietet allerdings bereits seit Jahren Unterstützung durch ein großes und gut funktionierendes Netzwerk an. Bereits 2006 gründete die Stadt gemeinsam mit der Unternehmerschaft Düsseldorf das Kompetenzzentrum Übergang Schule/Hochschule-Beruf. 2009 traten die IHK, die Handwerkskammer, die Kreishandwerkerschaft und die Agentur für Arbeit dem Kompetenzzentrum als feste Partner bei. Viele Bildungsprodukte, wie zum Beispiel die Lernpartnerschaften oder der Berufswahlpass, wurden auf diese Weise in Düsseldorf realisiert. In den Schulen Düsseldorfs herrschen gute Beziehungen zur Arbeits-, Wirtschafts- oder Hochschulwelt. So existiert nahezu an allen weiterführenden Schulen mindestens eine offizielle Lernpartnerschaft. Viele Schulen konnten sogar mehrere Unternehmens-Partnerschaften eingehen. Viele Lehrkräfte bilden sich über spezielle Düsseldorfer Berufsorientierungsworkshops
regelmäßig weiter und lernen auf diesem Wege die betriebliche Arbeits- und Ausbildungswirklichkeit praxisnah kennen. In den Düsseldorfer Hauptschulen wird bereits seit Jahren ein gemeinsames Programm umgesetzt, das Lehrerinnen und Lehrer unterstützt und Schülerinnen und Schülern eine gute Einstiegsperspektive in Ausbildung bietet.
Die Umsetzung des Landesprogramms in Düsseldorf sieht wie folgt aus: Die Kommunale Koordinierung wird die Bildungsakteure miteinander verbinden, Netzwerke pflegen und Prozesse in Gang bringen. Parallel dazu wird das Kompetenzzentrum weiterhin die bestehenden Bildungsprojekte voranbringen und neue Projekte gemeinsam mit der Kommunalen Koordinierung in Schule und Wirtschaft initiieren.
Zur Auftaktveranstaltung hat die Bezirksregierung nun aus jeder weiterführenden Schule Düsseldorfs jeweils die Schulleitung und eine Fachlehrerin beziehungsweise einen Fachlehrer aus dem Bereich der Studien- und Berufsorientierung eingeladen. Über ein inhaltlich vielschichtiges Programm, das von der Bezirksregierung und der Kommunalen Koordinierung gestaltet wird, erhalten die Schulen erste Impulse, wie die Umsetzung des Landesprogramms in den kommenden Jahren gelingen kann.

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