16.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Katholiken fordern Transparenz bei kirchlichen Finanzen

Katholiken fordern Transparenz bei kirchlichen Finanzen

Nach Rücktritt des Limburger Bischofs

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZDK), Alois Glück, hat mehr Transparenz bei den kirchlichen Finanzen angemahnt.

Berlin - Nach dem Rücktritt des Limburger Bischofs wegen einer Explosion der Baukosten bei seinem Bischofssitz hat der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) mehr Transparenz bei den kirchlichen Finanzen angemahnt. Alois Glück sagte der "Berliner Zeitung", es sei wichtig, "dass in der katholischen Kirche in Deutschland die notwendigen Konsequenzen gezogen werden im Hinblick auf die Transparenz der Finanzen und eine entsprechende Beteiligung der Gremien."

Zu dem Rücktritt des Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst sagte Glück: "Das ist eine gute Entscheidung für die katholische Kirche in Deutschland und das Bistum." Damit sei der Weg frei "für einen Neuanfang und um wieder zur notwendigen Gemeinsamkeit zu finden". Papst Franziskus hatte am Mittwoch das Rücktrittsgesuch des seit Oktober suspendierten Bischofs angenommen. Zur Begründung hieß es, die Diözese sei in einer Situation, "die eine fruchtbare Ausübung" des bischöflichen Amtes verhindere.

Die Reformbewegung "Wir sind Kirche" nahm den Rücktritt mit Erleichterung auf. "Es gab keine Alternative. Eine Rückkehr nach Limburg war keine ernsthafte Option mehr", sagte der Sprecher Christian Weisner den "Ruhr Nachrichten". Das Vertrauen zu ihm im Bistum Limburg sei völlig zerstört. Weisner forderte einen Neuanfang im Bistum. "Der neue Apostolische Administrator von Limburg, Weihbischof Grothe, sollte jetzt versuchen, breite Brücken zu bauen und den Gläubigen im Bistum gut zuzuhören", sagte Weisner.

Auch außerhalb Limburgs müssten nach Ansicht des Sprechers von "Wir sind Kirche" Konsequenzen gezogen werden. "Wir brauchen endlich eine Offenlegung der Verwendung aller Kirchensteuereinnahmen und volle Transparenz über die Haushalte von Bistümern und Bischöflichem Stuhl", sagte Weisner der Zeitung. Tebartz-van Elst war in die Kritik geraten, weil die Kosten für den Umbau und die Renovierung des Bischofssitzes auf ein Vielfaches der zunächst veranschlagten Summe gestiegen waren.

Eine kircheninterne Prüfung der Baukosten für einen neuen Bischofssitz zeigte schwere Fehler auf. Der Bischof war demnach offenbar frühzeitig über die Kostenexplosion informiert. Zudem sei in "zahlreichen Fällen" das geltende Recht nicht beachtet worden. Außerdem habe der Bischof persönlich zahlreiche der kostspieligen Änderungen angeordnet, die letztlich die Kosten auf 31,5 Millionen Euro trieben.

(xity, AFP)


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