15.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kassen und Krankenhäuser streiten über Finanzen

Kassen und Krankenhäuser streiten über Finanzen

Klinik-Verband: Jedes zweite Haus schreibt rote Zahlen

Angesichts der Notlage zahlreicher Kliniken hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) eine ausreichende Finanzierung angemahnt. Die Grenzen der finanziellen und personellen Belastbarkeit sind nach Verbandsangaben vielerorts erreicht.

Angesichts der Notlage zahlreicher Kliniken hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) eine ausreichende Finanzierung angemahnt. Die Grenzen der finanziellen und personellen Belastbarkeit seien vielerorts erreicht oder überschritten, erklärte Verbandspräsident Alfred Dänzer in Berlin. Die Kassen wiesen Forderungen nach mehr Geld zurück. Von einer Unterfinanzierung der Kliniken könne "keine Rede sein".

Die allgemeine Lage der Krankenhäuser sei "katastrophal", kritisierte hingegen Dänzer. Jede zweite Klinik schreibe rote Zahlen. Zudem hätten fast alle Einrichtungen Engpässe bei Ärzten und Pflegekräften. Angesichts der von der Koalition geplanten Qualitätsoffensive in den Krankenhäusern müssten die Kosten für mehr Personal sowie für andere Ausgaben entsprechend vergütet werden. Auch die Tarifsteigerungen müssten "eins zu eins" über die Vergütungssyteme refinanziert werden, forderte Dänzer zum Start einer bundesweiten Klinik-Imagekampagne unter dem Motto "Wann immer das Leben uns braucht".

Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die Qualität in den Krankenhäusern zu verbessern. Vorgesehen sind unter anderem Zuschläge für besonders gute Qualität, aber auch höhere Abschläge für schlechte Leistungen.

Die Kliniken halten die Pläne für qualitätsorientierte Abschläge für nicht umsetzbar. Dänzer zufolge ist zum Beispiel kaum messbar, wie gut die Patienten bei der medizinischen Behandlung mitarbeiten.

Den Bundesländern warf der Krankenhaus-Verband erneut mangelnde Investitionsbereitschaft vor. Der jährliche Finanzierungsbedarf für Investitionen liege mit sechs Milliarden Euro weit über jenen 2,7 Milliarden Euro, welche die Länder zuletzt für die Kliniken bereitgestellt hätten.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verwies darauf, dass von den gesetzlichen Kassen Jahr für Jahr zusätzliche Milliarden an die Kliniken fließen - im vergangenen Jahr insgesamt 60 Milliarden Euro. "Von einer Unterfinanzierung der Kliniken durch die Krankenkassen, wie Krankenhausvertreter gerne darstellen, kann keine Rede sein", erklärte GKV-Sprecher Florian Lanz.

Zur Vorbereitung der geplanten Krankenhausreform soll sich eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe konstituieren, die - laut Koalitionsvertrag - bis Ende 2014 entsprechende Eckpunkte erarbeiten soll. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) habe die Länder eingeladen, Vertreter auf Landesebene für die Arbeitsgruppe zu benennen, erklärte seine Sprecherin. Berichte der "Bild"-Zeitung, wonach das Gremium am 24. März seine Arbeit aufnehmen soll, bestätigte sie nicht.

© 2014 AFP


Copyright 2018 © Xity Online GmbH