09.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kardinal Marx gibt im Erzbistum München Macht an Laien ab

Kardinal Marx gibt im Erzbistum München Macht an Laien ab

Ordinariat wird künftig nicht mehr von Priester geleitet

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gibt in dem von ihm geleiteten Erzbistum München-Freising Macht von Priestern an Laien ab.

München - Marx kündigte bei einer Klausurtagung Sonntagabend in Rom an, das bisherige Amt des Generalvikars als oberster Chef des Erzbischöflichen Ordinariats aufzuteilen, wie sein Bistum am Montag bekannt gab.

Die operative Verwaltung soll demnach künftig von einer Amtschefin oder einem Amtschef aus dem Laienstand eigenständig geleitet werden. Ein Priester als Generalvikar solle sich nur noch um thematische, inhaltliche und theologische Fragen kümmern. Marx erklärte, ein Ziel dieser Reform sei neben der Professionalisierung im Bereich Verwaltung auch "der Abbau von einseitiger Konzentration der Macht auf Priester".

Die im September von der Bischofskonferenz vorgestellte Studie zum Missbrauchskandal der katholischen Kirche in Deutschland hatte die Machtstrukturen innerhalb der katholischen Kirche als einen Grund für die Vielzahl von Fällen von sexuellem Missbrauch benannt. Demnach schützt sich der Klerus durch das Verschweigen von Missbrauchsdelikten, statt diese öffentlich zu machen und dadurch aufzuklären.

Die neue Stelle eines Amtsleiters soll im ersten Quartal ausgeschrieben und wie auch die neue Stelle des Generalvikars zum 1. Januar 2020 neu besetzt sein.

(xity, AFP)


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