24.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kalte Progression trifft immer häufiger Rentner

Kalte Progression trifft immer häufiger Rentner

Steuerzahlerbund für Abschaffung von Zusatzbesteuerung

Union und SPD wollen die kalte Progression abmildern oder beseitigen.

Berlin - Der Bund der Steuerzahler warnt vor einer zunehmenden Besteuerung von Rentnern infolge der sogenannten kalten Progression. Der Präsident des Steuerzahlerbunds, Reiner Holznagel, forderte eine Abschaffung der Zusatzbesteuerung bei steigendem Einkommen.

Die kalte Progression treffe Rentner "besonders schlimm", da bei der Erhöhung geringer Einkommen "die Steuerkeule übermäßig stark" zuschlage, sagte Holznagel der "Bild"-Zeitung. Er forderte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf, "die ungerechte Zusatzbesteuerung bei Lohn- und Rentenerhöhungen" abzuschaffen.

Dem Bericht zufolge steigt seit 2005 für Neurentner der steuerpflichtige Anteil des Altersgeldes. Damals mussten 50 Prozent der Rente versteuert werden. Bei einem Renteneintritt 2015 sind es demnach bereits 70 Prozent. Hinzu komme die Wirkung der kalten Progression, die dazu führe, dass Senioren bei Rentenerhöhungen erstmals steuerpflichtig werden oder mehr Steuern zahlen müssen.

Der Begriff kalte Progression bezeichnet den Effekt, dass bei Einkommenserhöhungen wegen des progressiven Steuertarifs am Ende womöglich weniger Geld übrig bleibt. Union und SPD wollen die kalte Progression abmildern oder beseitigen. Dazu sollen noch in der laufenden Legislaturperiode Maßnahmen ergriffen werden.

(xity, AFP)


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