18.10.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kabinett bringt Reform des Elterngeldes auf den Weg

Kabinett bringt Reform des Elterngeldes auf den Weg

Früher Wiedereinstieg in Teilzeit wird besser gefördert

Lohnansprüche, die vor der Geburt eines Kindes mit früheren Zahlungen verrechnet und daher nicht mehr ausgezahlt werden, gehen trotzdem in die Berechnung des Elterngeldes ein.

Kassel - Eltern sollen nach der Geburt eines Kindes ihren Wiedereinstieg in den Beruf künftig flexibler gestalten können: Das Kabinett beschloss in Berlin das sogenannte Elterngeld Plus. Damit können Eltern künftig bis zu 28 Monate Elterngeld beziehen, wenn sie Teilzeit arbeiten. Mit dem Gesetz wird auch die Elternzeit neu geregelt: Eltern können flexibler darüber bestimmen, wann sie die unbezahlte Auszeit nach der Geburt des Kindes nehmen.

"Wir ermöglichen Müttern und Vätern mehr Zeit für Familie und eine größere Flexibilität", erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) nach der Kabinettssitzung. Die Bundesregierung reagiere mit dem Elterngeld Plus auf den Trend, dass viele Mütter wieder früher in den Beruf einsteigen und viele Väter sich gern mehr um ihre Kinder kümmern würden. Gut 60 Prozent der Mütter und Väter wünschten sich, dass beide in gleichem Umfang arbeiteten und sich partnerschaftlich um Haushalt und Familie kümmerten - "aber nur 14 Prozent schaffen dies auch tatsächlich".

Bisher wird das Elterngeld für maximal 14 Monate nach der Geburt gezahlt. Steigen Mütter und Väter schon währenddessen in Teilzeit wieder ein, verlieren sie bislang einen Teil ihres Elterngeldanspruchs. Mit dem Elterngeld Plus kann die Familienleistung bei Teilzeitarbeit nun doppelt so lange gezahlt werden. Auf diese Weise bekommen Teilzeit-Arbeitnehmer unterm Strich genauso viel Elterngeld wie diejenigen, die auf Berufstätigkeit verzichten. Einen Partnerschaftsbonus von vier zusätzlichen Elterngeld-Plus-Monaten bekommen Väter und Mütter, die für die Kinderbetreuung beide gleichzeitig auf Teilzeit gehen.

Für das Elterngeld stehen im Bundeshaushalt pro Jahr rund fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Es beträgt mindestens 300 und höchstens 1800 Euro im Monat.

(xity, AFP)


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