20.01.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Juso-Chefin fordert Urwahl des SPD-Kanzlerkandidaten

Juso-Chefin fordert Urwahl des SPD-Kanzlerkandidaten

Uekermann geht Gabriel scharf an

Juso-Chefin Johanna Uekermann hat sich dafür ausgesprochen, den SPD-Kanzlerkandidaten durch eine Urwahl der Mitglieder zu bestimmen.

Berlin - "Die SPD hat mehr als nur einen möglichen Kanzlerkandidaten. Wir haben gute Männer und Frauen", sagte Uekermann der "Welt". Die Entscheidung sollten alle Parteimitglieder gemeinsam treffen. "Ein Auskungeln eines Kandidaten wie vor den letzten Wahlen macht die SPD nicht mehr mit", warnte die Vorsitzende der Jungsozialisten.

Uekermann widersprach der Äußerung von Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD), die Partei müsse sich überlegen, ob sie 2017 angesichts der Beliebtheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)überhaupt einen eigenen Kanzlerkandidaten aufstelle. Die SPD brauche einen Kanzlerkandidaten, schließlich sei sie "eine große Volkspartei", sagte die Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation.

"Merkels Attacken auf Athen und ihr dogmatisches Nein zur Ehe für alle sind nur zwei Beispiele ihrer kurzsichtigen Politik", kritisierte Uekermann. Sie hob zudem hervor, dass die SPD im Bund in einem rot-rot-grünen Bündnis auch ohne die Union regieren könne.

Uekermann übte in der "Welt" überdies heftige Kritik an der Griechenland-Politik des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel. Gedankenspiele zu einem Grexit hätten "in der SPD keine Mehrheit", sagte die Juso-Chefin. "Wir haben verschiedene Optionen diskutiert, aber es wurde schnell deutlich, dass keiner in der SPD-Spitze Sigmar Gabriel hier folgt." Ihr Parteichef hätte Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) "klarmachen müssen, dass ein Grexit keine Option ist". Stattdessen habe Gabriel "rumgeeiert".

Uekermann forderte den Vizekanzler auf, er solle "jetzt ein Zeichen setzen und seinen Urlaub in Griechenland verbringen". "Ich mache das", fügte sie hinzu. Gabriel könne in Gesprächen mit Arbeitnehmern, Studierenden und Rentnern in Griechenland "sicher viel lernen. Das täte ihm gut für seine Meinungsbildung in Berlin."

(xity, AFP)


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