18.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Jugendliche wissen nur wenig über Muslime

Jugendliche wissen nur wenig über Muslime

Junge Islamkonferenz trifft sich zu Bundeskongress

Jugendliche in Deutschland wissen nur wenig über Muslime.

Berlin - Einer Studie des Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Berliner Humboldt-Universität zufolge schätzen mehr als 61 Prozent der befragten Jugendlichen im Alter von 16 bis 25 Jahren ihr Wissen über Muslime als gering ein. Gleichzeitig geben nur acht Prozent der Jugendlichen an, gar keinen Kontakt zu Muslimen zu haben. Die repräsentative Studie wurde zum Auftakt des Bundeskongresses des Jungen Islamkonferenz (JIK) im Auswärtigen Amt in Berlin vorgestellt.

Zwar gebe es auch bei 16 bis 25-Jährigen Vorurteile gegen Muslime, ergab die Befragung. Die Abwehr von Stereotypen sei aber ausgeprägter: Das Vorurteil, Muslime seien aggressiver, teilen in der Altersgruppe 22 Prozent, gleichzeitig lehnen 76 Prozent der Jugendlichen diese Verallgemeinerung klar ab. Die den Erwachsenen tun das nur 63 Prozent.

Auch das Vorurteil, dass Muslime weniger bildungsorientiert seien als ihre eigene Gruppe, wird demnach von 30 Prozent der Jugendlichen geteilt, 62 Prozent finden jedoch, dass Muslime genau so viel Wert auf Bildung legen - bei den Erwachsenen finden das nur 54 Prozent. Als eigene Gruppe werde oft (rund 40 Prozent) "wir Deutschen", "die deutsche Bevölkerung", "die deutsche Gesellschaft" oder Ähnliches genannt.

Der Studie zufolge ist die Unterstützung für bestimmte muslimische Forderungen bei den Jugendlichen deutlich stärker ausgeprägt als bei Erwachsenen. Rund 70 Prozent von ihnen sprechen sich für einen islamischen Religionsunterricht aus, ebenso viele (71 Prozent) befürworten ein Recht für muslimische Lehrerinnen, ein Kopftuch zu tragen, und lehnen Einschränkungen beim Bau sichtbarer Moscheen ab. Ein Verbot der Beschneidung von Jungen lehnen 55 Prozent ab.

Ältere Erwachsene seien dagegen zu 64 Prozent für ein Beschneidungsverbot, zu 52 Prozent für ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen und zu 44 Prozent für die Einschränkung des Moscheebaus, heißt es in der Untersuchung.

Der dreitägige JIK-Bundeskongress steht unter dem Motto "Wem gehört das Abendland?" Es ist das fünfte Treffen für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund aus dem gesamten Bundesgebiet. Die JIK-Bundeskonferenz ist ein jährlich tagendes Arbeitsgremium, das sich aktuellen Fragen der Einwanderungsgesellschaft widmet.

(xity, AFP)


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