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Jugendamt Rhein-Kreis Neuss

30 Prozent weniger Kinder in Obhut als im Vorjahr

Wenn Kinder und Jugendliche in ihrer Familie nicht mehr sicher sind, schreitet das Jugendamt ein.

Neuss - Wenn Kinder und Jugendliche in ihrer Familie nicht mehr sicher sind, schreitet das Jugendamt ein.Im Bereich des Kreisjugendamtes, das für Korschenbroich, Jüchen und Rommerskirchen zuständig ist, ist diese Zahl zuletzt deutlich um rund 30 Prozent zurück gegangen. Während das Amt im Jahr 2012 noch 21 Mal eingreifen musste, wurden im vergangenen Jahr 14 Kinder und Jugendliche kurzfristig aus den Familien genommen. Amtsleiterin Marion Klein bezeichnet diesen Trend als "sehr erfreulich" - insbesondere mit Blick auf die Tendenz im Land NRW, wo die Zahl der Inobhutnahmen im gleichen Zeitraum um rund sieben Prozent zunahm. "Verwahrloste und vernachlässigte Säuglinge und Kleinkinder sind absolut die Ausnahme", berichtet Marion Klein. "Manchmal mussten unsere Mitarbeiter einschreiten, um zum Beispiel Teenager kurzfristig von ihren Eltern zu trennen." So waren in Korschenbroich, Jüchen und Rommerskirchen mit 64 Prozent weit mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen, die in Obhutnahme kamen, älter als 14 Jahre.

In der Regel bleiben die betroffenen Jugendlichen nur kurz in der Pädagogischen Ambulanz in Kaarst-Büttgen, während die Kleinkinder ebenfalls nur wenige Tage lang in einer Familie in Bereitschaftspflege betreut werden. Nur selten musste das Familiengericht eingeschaltet werden; meist fanden die Sozialarbeiter des Jugendamtes schnell gemeinsam mit den Familien eine Lösung.

Wie ist der deutliche Rückgang bei der Inobhutnahme zu erklären? Marion Klein sieht eine der Ursachen in einer guten Vernetzung in den drei Kommunen. So arbeitet das Jugendamt des Rhein-Kreises Neuss eng nicht nur mit den Schulen und Kindergärten, sondern auch mit den Gesundheitsbehörden und der Polizei zusammen. "Auch die Bürger kommen mit ihren Fragen zu uns", berichtet die Amtsleiterin. "Wenn zum Beispiel Eltern Unterstützung brauchen oder allgemeine Erziehungsfragen haben, können sie jederzeit zu uns kommen."

Positiv wirkt sich ebenfalls die geringe Fluktuation im Jugendamt aus: Die 18 Mitarbeiter der Jugend- und Familienhilfe gehen regelmäßig in Familien, die Hilfe benötigen, und beraten bei Sorgen und Nöten im Alltag. "Durch zahlreiche Weiterbildungsangebote und gute Arbeitsbedingungen bleiben die Ansprechpartner gleich", so Marion Klein, "und ein enges Vertrauensverhältnis ist insbesondere bei schwierigen Themen rund um die Erziehung eine wichtige Voraussetzung für gute Arbeit."


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