Journalisten-Verband kritisiert Medienpräsenz der AfD

FDP-Chef: Nicht über jeden "politischen Rülpser" der Rechtspopulisten berichten

Der Journalistenverband hat sich gegen die mediale Präsenz der AfD gewandt.

Berlin - Journalisten hätten eine Informationspflicht, die ganz besonders bei einer "relativ neuen politischen Kraft" wie der AfD gelte, sagte der DJV-Vorsitzende Frank Überall dem "Handelsblatt". Journalisten müssten Nachrichten aber auch gewichten: "Nicht jede Äußerung von AfD-Politikern hat Nachrichtenwert."

FDP-Chef Christian Lindner warnte Politik und Medien davor, die AfD unnötig zu stärken. "Wenn jeder politische Rülpser der AfD in der 'Welt' oder der 'Tagesschau' landet, dann gibt man dieser Partei eine Macht, die ihr zum Beispiel im Vergleich mit Umfragewerten der Grünen nicht zukommt", sagte Lindner der "Welt" von Montag.

Die Regierungsparteien erklärten "bei jedem wichtigen Projekt taktisch, man wolle der AfD kein Gewinnerthema geben", fügte Lindner hinzu. "So erweckt man den Eindruck, die AfD stünde vor der Machtübernahme."

Führende Vertreter der rechtspopulistischen AfD hatten in den vergangenen Wochen wiederholt mit Äußerungen zum Islam oder zu Flüchtlingen für Aufsehen in Politik und Medien gesorgt.

(xity, AFP)