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Jeder zweite Achtjährige ist regelmäßig online

Studie: Zugang zu Internet unabhängig vom Geldbeutel

Kinder sind heute schon früh im Internet unterwegs.

Berlin - Insgesamt sind in Deutschland 1,2 Millionen Kinder zwischen drei und acht Jahren regelmäßig online, wie eine in Berlin vorgestellte Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) zeigt. Ob sie Zugang zu Smartphones oder Laptops haben oder nicht, ist dabei weitgehend unabhängig vom Familieneinkommen. Kinder von Eltern mit niedrigeren Bildungsabschlüssen nutzen das Internet aber deutlich seltener für die Informationssuche oder zu Lernzwecken als jene aus bildungsnahen Familien.

Mehr als die Hälfte der Achtjährigen (55 Prozent) ist der Studie zufolge regelmäßig im Internet. Von den Sechsjährigen geht fast ein Drittel ins Netz (28 Prozent) und bei den Dreijährigen ist es immerhin schon jedes zehnte Kind (11 Prozent).

Knapp die Hälfte der Drei- bis Achtjährigen nutzt Spielekonsolen, bei den Achtjährigen haben sogar 42 Prozent ein eigenes Gerät. Ein Drittel der Kinder nutzt auch schon Smartphones. Bei den Achtjährigen hat schon knapp jeder fünfte solch ein Gerät - 17 Prozent in dieser Altersgruppe besitzen zudem einen eigenen Laptop.

Nicht alle Kinder sind aber "Digital Natives" - auch wenn sie in einer digitalisierten Welt aufwachsen. Je häufiger und selbstverständlicher die Eltern selbst im Netz unterwegs sind, desto eher sind auch ihre Kinder online und desto selbstsicherer zeigen diese sich hinsichtlich ihrer eigenen Internetkompetenzen.

Insgesamt sei die digitale Teilhabe ihrer Kinder für einen großen Teil der Eltern zum Bestandteil eines allgemeinen "Bildungswettrüstens" geworden, heißt es in der Studie. Allerdings führt Digitalisierung nicht automatisch zu mehr Chancengleichheit. Zwar haben Kinder den Angaben zufolge unabhängig vom Geldbeutel der Eltern Zugang zu digitalen Medien. Es gibt aber doch deutliche Unterschiede vor allem beim Nutzerverhalten.

Kinder bildungsnaher Eltern nutzen der Studie zufolge neben Unterhaltungsspielen häufiger auch Lernspiele und ein breiteres Spektrum an Online-Angeboten, wie zum Beispiel Videos, Bilder und Suchmaschinen. In Familien mit geringerem Bildungsgrad wird insgesamt erheblich mehr Zeit mit digitalen Medien verbracht. Zudem gehen die Eltern häufiger davon aus, dass man Kinder beim Umgang mit digitalen Medien kaum anleiten müsse.

Kinder müssten "von Anfang an die Chance haben zu lernen, wie sie gut und souverän mit Medien umgehen", erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). "Wir müssen die Medienkompetenz der Familien fördern, damit Bildungs- und Teilhabechancen allen Kindern und Jugendlichen gleichermaßen offen stehen."

Wie die Studie zeigt, sind digitale Medien aber gleichwohl nicht das Wichtigste im Alltag von Kindern. Für 71 Prozent der Sechs- bis Achtjährigen ist es wichtiger, Freunde zu treffen und zusammen zu spielen. Auch draußen zu spielen ist mit 58 Prozent deutlich beliebter als die Nutzung digitaler Medien und rangiert ? gemeinsam mit Fernsehen ? auf dem zweiten Platz. Für die Studie wurden 1029 Kinder zwischen sechs und acht Jahren sowie 1832 Eltern von Drei- bis Achtjährigen befragt.

(xity, AFP)


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