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Jeder kann zum Lebensretter werden

Themenabend "Organspende" im Heine Haus

Eine Diskussion zum Thema Organspende findet am Donnerstag, 6. Dezember 2018, von 18.00 bis 20.00 Uhr im Heine Haus statt.

Düsseldorf - Betroffene können dann am Beispiel ihrer ganz persönlichen Geschichte untereinander und mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Sie geben einen Einblick, wie ihr Leben mit einem Spenderorgan aussieht. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos.

An der Gesprächsrunde wird unter anderen auch Pia Oertel teilnehmen. Die Bühnen- und Kostümbildnerin und ehemalige Venetia der Landeshauptstadt bekam nach einer idiopathischen Lungenfibrose vor einigen Jahren eine neue Lunge und berichtet von ihren Erfahrungen. "Meine Familie und ich sind unendlich dankbar für das Leben, das mir durch die Transplantation ermöglicht wurde. Neben der Dankbarkeit empfinde ich eine große Verantwortung, auf meine Gesundheit und dieses großartige Geschenk zu achten", sagt Oertel. Moderiert wird die Runde vom ehemaligen Lokalchef der Rheinischen Post Düsseldorf, Hans Onkelbach. Der Beigeordnete für Gesundheit der Landeshauptstadt Düsseldorf, Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke, wird die Gäste begrüßen und in das Thema einführen. "Das Thema Organspende ist sehr wichtig. Leider gibt es in Deutschland immer noch zu wenig Organspender. Das möchte ich ändern. Denn mit so einem kleinen Ausweis kann jeder zum Lebensretter werden", so Andreas Meyer-Falcke.

"Ein neues Organ ist das schönste und größte Geschenk, welches man bekommen kann", so die 42-jährige Randi Blöcker, die vor über fünf Jahren ein neues Herz erhalten hat. So geht es wahrscheinlich allen Menschen, die dank eines Spenderorgans ein neues Leben geschenkt bekommen haben. Ähnlich sieht es auch Bea Kallen. Die Düsseldorferin bekam nach schweren Vorerkrankungen die Diagnose einer Sekundären Osteomyelofibrose (einer Erkrankung des Knochenmarks) mit verschiedenen Gen-Mutationen. Schnell war klar, dass die seltene Erkrankung ohne einen geeigneten Stammzellen-/Knochenmarkspender tödlich enden würde. 2016 kam der erlösende Anruf – "Wir haben eine passende Spende". Die ehemalige Gastronomin aus Düsseldorf hatte mittlerweile sogar das Glück, ihre Spenderin persönlich kennenzulernen. "Ich habe mit ihr eine 'kleine Schwester' bekommen", so die Düsseldorferin, "ein weiteres Wunder in dieser Geschichte".

Neben Bea Kallen und Randi Blöcker gehört auch Andreas-Paul Stieber zu den glücklichen Empfängerinnen und Empfängern einer Organspende. Der Bankkaufmann und Unternehmer erkrankte 1994 an einer Niereninsuffizienz und musste regelmäßig an die Dialyse. 2003, neun Jahre später, bekam er dann eine neue Niere. Und heute? Da läuft er sogar wieder Langstrecke. "Mit der Transplantation hat bei mir tiefe Dankbarkeit für den Organspender eingesetzt. Die spüre ich jeden Tag und sie gibt mir Kraft", so der Düsseldorfer Ratsherr.

Das Institut für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika (ITZ) der Heinrich-Heine-Universität wird im Foyer mit einem Stand präsent sein und Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit einer Stammzellentypisierung mittels schmerzfreiem Wangenabstrich kostenlos anbieten. Viele bösartige Bluterkrankungen (Leukämien) können durch die Übertragung gesunder Blutstammzellen eines "genetischen Zwillings" geheilt werden. Um die Überlebenschancen der Patienten zu erhöhen, ist es erforderlich, eine möglichst große Anzahl freiwilliger Blutstammzellspender zu gewinnen. Organspendeausweise mit entsprechendem begleitendem Informationsmaterial werden ausliegen.


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