23.03.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Jeder Fünfte hierzulande arm oder sozial ausgegrenzt

Jeder Fünfte hierzulande arm oder sozial ausgegrenzt

Wert liegt deutlich unter dem der gesamten EU

Rund ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland ist arm oder sozial ausgegrenzt.

Berlin - Betroffen waren im vergangenen Jahr 20,3 Prozent oder 16,2 Millionen Menschen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Der Wert habe sich damit seit 2008 (20,1 Prozent) nur wenig verändert und liege deutlich unter dem der gesamten EU von 24,5 Prozent.

Für die Frage, wer arm oder sozial ausgegrenzt ist, werden EU-weit einheitliche Kriterien verwendet. Eines ist den Angaben zufolge die Armutsgefährdung, bei der das Einkommen eines Haushalts mit dem Landesdurchschnitt verglichen wird. Hat ein Haushalt 60 Prozent oder weniger vom Durchschnittswert zur Verfügung, wird er als armutsgefährdet eingestuft.

Ein weiteres Kriterium ist die "erhebliche materielle Entbehrung" - diese liegt zum Beispiel vor, wenn Menschen Probleme haben, die Miete, die Heizkosten oder ausreichende Mahlzeiten zu bezahlen. Drittes Kriterium ist die "sehr geringe Erwerbsbeteiligung" eines Haushalts. Das bedeutet, dass alle im Haushalt lebenden erwerbsfähigen Menschen zusammen weniger als 20 Prozent der potenziellen Erwerbsbeteiligung verwirklichen.

In Deutschland waren den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 16,1 Prozent der Einwohner armutsgefährdet, 5,4 Prozent waren von erheblicher materieller Entbehrung betroffen. 9,9 Prozent der Menschen lebten in Haushalten mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung. Insgesamt waren Frauen mit 21,9 Prozent etwas häufiger arm oder sozial ausgegrenzt als Männer mit 18,8 Prozent. Auch in der EU insgesamt waren Frauen etwas stärker betroffen.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) zeigte sich besorgt darüber, dass sich der Wert in Deutschland über Jahre kaum verändert hat. "Die Zahl derer, die in unserem Land von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen sind, ist in den vergangenen fünf Jahren konstant hoch geblieben", erklärte der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Deutschland dürfe sich nicht "dahinter verstecken", dass der Anteil in der EU insgesamt noch höher liege. Nötig seien "Reformen und Veränderungen, die direkt und unmittelbar allen Mitgliedern der Gesellschaft helfen, soziale Probleme und deren Auswirkungen zu überwinden", erklärte Stadler.

(xity, AFP)


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