Jamie-Lee Kriewitz für Deutschland beim ESC

17-Jährige gewinnt Vorentscheid in Köln

Die erst 17 Jahre alte Jamie-Lee Kriewitz singt für Deutschland beim Finale des Eurovision Song Contest.

Köln - Mit ihrem Lied "Ghost" konnte sich die Schülerin am Donnerstagabend in Köln beim deutschen Vorentscheid für das ESC-Finale am 14. Mai in Stockholm bei der Publikumswahl durchsetzen. Sie wolle jetzt das Finale in Schweden planen "und ganz viel Spaß haben", sagte die aus Springe bei Hannover stammende Sängerin nach ihrem Erfolg.

Im Finale der drei besten der ursprünglich zehn Vorentscheid-Teilnehmer fand Kriewitz mit 44,5 Prozent deutlich mehr Unterstützung als der Sänger Alex Diehl, der mit seiner nach den Terroranschlägen von Paris entstandenen Friedenshymne "Nur ein Lied" 33,9 Prozent der Stimmen bekam. Dritter mit 21,6 Prozent wurde die Rockband Avantasia mit dem Lied "Mysterie of a blood red rose".

Die Vorentscheid-Gewinnerin erlebt gerade einen steilen Aufstieg. Erst im Dezember hatte sie die fünfte Staffel der Casting-Show "The Voice" beim Fernsehsender Vox gewonnen. Optisch fällt die Sängerin auf, da sie sich mit von japanischen Mangas inspirierten, schrillen Outfits kleidet. Dies integrierte sie auch in ihre Bühnenshow - sie wolle die Zuschauer in eine Traumwelt entführen, sagte sie vor ihrem Auftritt in Köln.

Gefördert wird die mit ihrer Unbekümmertheit ein bisschen an die letzte deutsche ESC-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut erinnernde Kriewitz von Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier, Smudo befand sich auch in Köln im Publikum. Die beiden Förderer erklärten nach dem Erfolg, "wir haben keinen Zweifel, dass das großartig ausgehen wird."

Deutschland war bei den drei vergangenen Finals des weltweit größten Musikwettbewerbs jeweils auf einem der hinteren Plätze gelandet. Den Tiefpunkt gab es im vergangenen Jahr, als Ann Sophie beim Sieg des Schweden Mans Zelmerlöw mit null Punkten Letzte wurde.

Vorentscheid-Moderatorin Barbara Schöneberger nahm die jüngsten Flops rund um die deutsche ESC-Teilnahme mit einem humorvoll-ironischen Musikmedley auf die Schippe. Schöneberger spielte in ihrer Darbietung sowohl auf die von der ARD nach Protesten wieder einkassierte Nominierung von Xavier Naidoo als deutschen ESC-Starter als auch das Desaster von Ann Sophie an.

Außerdem nahm sie den Verzicht des Vorjahressiegers des deutschen Vorentscheids, Andreas Kümmert, auf die Schippe. "Wir haben eine Regeländerung zum Vorjahr: Der, der heute Abend gewinnt, muss antreten", sagte Schöneberger und erntete Gelächter des Publikums.

Enttäuschend lief der Abend für ESC-Altmeister Ralph Siegel, der nach elf Jahren wieder an einem deutschen Vorentscheid teilnehmen durfte und offen von einem Sieg geträumt hatte. Doch seine Künstlerin, die "Supertalent"-Finalistin Laura Pinski, schaffte es nicht unter die besten drei ins Finale.

Womöglich wird der 1982 mit Nicole und "Ein bisschen Frieden" siegreiche 70-Jährige es nun noch einmal probieren, zu einem ESC-Finale zu kommen. Nur für den Fall eines Sieges hatte er auf "Focus online" angekündigt, sich dann zurückziehen zu wollen. "Dann habe ich es 25 Mal gemacht und dann sollen es andere machen."

(xity, AFP)