17.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Jahn lehnt Schließung von Stasi-Unterlagenbehörde ab

Jahn lehnt Schließung von Stasi-Unterlagenbehörde ab

Beauftragter will Einrichtung weiterentwickeln

Vor der Einsetzung einer Expertenkommission zur Zukunft der Stasi-Unterlagenbehörde hat dessen Leiter Roland Jahn eine Schließung der Einrichtung abgelehnt.

Berlin - "Es geht nicht um Abwicklung, sondern es geht um Weiterentwicklung", sagte Jahn im Deutschlandradio Kultur. Er wies darauf hin, dass bei der Behörde weiterhin monatlich mehr als 5000 Anträge auf Akteneinsicht eingingen. "Also, es ist noch genug zu tun", sagte Jahn.

Die Expertenkommission, die der Bundestag am Nachmittag einsetzen will, soll klären, wie künftig der Zugang zu den Stasi-Akten gesichert werden soll. Jahn sagte, diese sollten gut in Archiven verwahrt werden, damit sie in Bildung und Forschung auch zur Aufklärung für die nächsten Generationen genutzt werden können. Neben der personenbezogenen solle auch die thematische Erschließung der umfangreichen Unterlagen fortgesetzt werden.

"Es gibt immer wieder neue Aktenfunde, die auf interessante Themen hinweisen", sagte Jahn. Als Beispiel nannte er die Information, dass westdeutsche Pharmahersteller mit Wissen der DDR-Regierung dort Medikamentenstudien mit Menschen erstellten. "Viele, viele Themen sind zu finden, die auch andere Bereiche und nicht nur das direkte Wirken der Staatssicherheit betreffen", sagte der Stasi-Unterlagenbeauftragte.

(xity, AFP)


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