19.07.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Jäger warnen vor Invasion von Waschbär und Marderhund

Jäger warnen vor Invasion von Waschbär und Marderhund

Tierschützer kritisieren ihrerseits Jagdverband

Die deutschen Jäger sind besorgt über die steigende Zahl eingewanderter Waschbären und Marderhunde. Diese verdrängten einheimische Tierarten, erklären die Jäger. Tierschützer sind allerdings ganz anderer Meinung.

Berlin - Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat erneut vor einer Invasion eingewanderter Tierarten wie Marderhund und Waschbär gewarnt. Beide Arten seien in Deutschland weiter auf dem Vormarsch und eroberten hierzulande "immer neue Areale", mahnte der Verband. So seien im Jagdjahr 2012/13 erstmals mehr als 100.000 Waschbären erlegt worden, 47 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im selben Zeitraum wurden laut DJV fast 18.600 Marderhunde erlegt, 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Jagdverband forderte von der Bundesregierung unter anderem eine "effektive Kontrolle" eingewanderter Tierarten. Unabdingbar sei dabei der Einsatz von Fallen, da Waschbär und Marderhund nachtaktiv seien. "Ein Verbot der Fangjagd wie von manchen Kreisen gefordert wäre kontraproduktiv für den Naturschutz", erklärte das DJV-Präsidiumsmitglied Daniel Hoffmann.

Der DJV verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass einheimische Tiere von zugewanderten Arten verdrängt würden. So mache sich der Waschbär beispielsweise über die vom Aussterben bedrohte europäische Sumpfschildkröte in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern her.

Tierschützer reagierten mit scharfer Kritik auf die Warnungen der Jäger. "Seit Jahren diskreditiert der Deutsche Jagdverband eingewanderte Arten wie Waschbär und Marderhund", erklärte der Vorsitzende des Vereins Wildtierschutz Deutschland, Lovis Kauertz, in Gau-Algesheim. "Der Jagdverband scheint in diesen seit langem in Deutschland heimischen Tieren lediglich Schädlinge zu sehen. Ein ernstzunehmendes Gefährdungspotential für andere Tierarten geht entgegen der Behauptungen der Jäger von diesen Arten nicht aus."

Der Waschbär sei kein Nahrungsspezialist, er fresse, was er findet und der Marderhund ernähre sich vorwiegend von pflanzlicher Kost. "Es geht den Jägern doch nicht darum, die Fauna zu schützen", kritisierte Kauertz. "Sie sehen im Waschbär einen Jagdkonkurrenten und ein willkommenes Jagdopfer für ihr blutiges Freizeitvergnügen."

(xity, AFP)


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