Jäger: Nordafrikanische Staaten bei Abschiebungen "völlig unkooperativ"

Mutmaßliche Brandstifter von Düsseldorf sollen sich aggressiv verhalten haben

Zwei Asylsuchende aus Nordafrika sollen für das Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Düsseldorf verantwortlich sein - laut Innenminister Jäger waren sie schon zuvor durch aggressives Verhalten aufgefallen.

Düsseldorf - Nach dem offenbar von Bewohnern gelegten Brand in einer Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft hat Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) erneut "extreme Schwierigkeiten" bei der Abschiebung nicht aufenthaltsberechtiger Nordafrikaner in ihre Herkunftsländer beklagt. Die entsprechenden Staaten seien "völlig unkooperativ" bei deren Rücknahme, sagte Jäger am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin".

Das Motiv für die Brandstiftung in der als Flüchtlingsunterkunft genutzten früheren Düsseldorfer Messehalle war nach den Worten Jägers zunächst noch nicht abschließend geklärt. Die beiden seit Mittwoch inhaftierten nordafrikanischen Verdächtigen seien in der Vergangenheit "mit einer gewissen Aggressivität und Streitpotenzial" aufgefallen. Das genaue Motiv für die Tat müssten die weiteren Ermittlungen ergeben.

Jäger verwies darauf, dass ein kleiner Teil von Flüchtlingen - insbesondere allein reisende Männer aus Nordafrika - "wirkliche Probleme" darstellten. Es handle sich um eine "kleine Minderheit" unter den Flüchtlingen, die "große Probleme" bereite. Mit Blick auf die mutmaßliche Brandstiftung in der 6000 Quadratmeter großen Düsseldorfer Halle betonte Jäger, eine derartige Eskalation von "zwischenmenschlichen Streitigkeiten" sei "nicht hinnehmbar".

In der bei dem Brand am Dienstag völlig zerstörten Halle, in der 282 männliche Flüchtlinge untergebracht waren, soll es in der Vergangenheit wiederholt zu Streitigkeiten gekommen sein - Zeugenaussagen zufolge zuletzt unter anderem wegen des ausgegebenen Essens nach Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan. Mutmaßungen zufolge sollen die beiden inhaftierten Männer zu einer Gruppe von Flüchtlingen gehört haben, die in eine andere Unterkunft verlegt werden wollten.

Zwei Tage nach dem Brand dankte der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) den Helfern des Deutschen Roten Kreuzes und des in der Halle eingesetzten Sicherheitsdiensts. Sie hätten "unter Einsatz des eigenen Lebens" dafür gesorgt, "dass innerhalb von 90 Sekunden alle Flüchtlinge die brennende Halle verlassen konnten".

Die Düsseldorfer Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch erklärte, die Unterbringung in der Halle sei "eine Notfalllösung unter schwierigen Bedingungen" gewesen. "Das rechtfertigt auf keinen Fall, die Halle in Brand zu stecken und das Leben der anderen Flüchtlinge und des Hilfspersonals zu gefährden."

Bei dem Großbrand war nach Schätzungen der Feuerwehr ein Schaden von rund zehn Millionen Euro entstanden. 28 Bewohner der Unterkunft zogen sich leichte Verletzungen zu. Nach Angaben der Stadt verloren bei dem Feuer etwa 50 der Bewohner ihr gesamtes Hab und Gut, andere konnten nur ein Teil retten.

Bei einem Feuer in einer Asylbewerberunterkunft in Schleswig-Holstein brannte derweil am frühen Donnerstagmorgen ein Zimmer komplett aus. Die 20 Bewohner der Unterkunft in Nordhastedt blieben unverletzt, wie die Polizei mitteilte. Nach ersten Erkenntnissen soll ein Zimmerbewohner das Feuer fahrlässig oder vorsätzlich verursacht haben.

(xity, AFP)