IW: Energie-Pläne der "Ampel" könnten 170 Millionen Tonnen CO2 einsparen

Experten mahnen Umsetzung der ehrgeizigen Pläne an

Die Pläne der Ampel-Koalition zum Ausbau der Erneuerbaren Energien könnten laut Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bis zu 172 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich einsparen.

Berlin - "Dass die neue Koalition jetzt so viel Tempo in Sachen Klimaschutz machen will, macht Mut - und ist darüber hinaus längst überfällig", erklärte das IW am Donnerstag. Am meisten Einsparpotenzial liefert demnach der Ausbau der Solarenergie.

Laut den IW-Berechnungen müssten bis 2030 in Deutschland dreimal so viele Solaranlagen in Betrieb sein wie dies aktuell der Fall ist, um die aktuellen Klimaziele zu erreichen. Die Ampel-Koalition plant eine Vervierfachung. Damit ließen sich laut IW zusätzlich 86 Millionen Tonnen CO2 einsparen.

Auch die Windkraft soll ausgebaut werden, auf See plant die Ampel-Koalition eine Vervierfachung der Kapazitäten. Auch an Land müssten zum Erreichen der Ziele laut IW die Windkraftkapazitäten im Vergleich zum aktuellen Stand etwa verdoppelt werden. Durch die Windkraft an Land würden so zusätzlich 58 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Die Offshore-Windkraft bringe weitere 28 Millionen Tonnen CO2-Einsparung.

Erreichbar seien diese Ziele jedoch nur, wenn die ambitionierten Pläne der neuen Regierung auch in die Tat umgesetzt würden, mahnten die IW-Forscher. In den vergangenen Jahren hätten langwierige Genehmigungsverfahren und mangelnde Planungssicherheit für Anlagenbetreiber den Ausbau der Erneuerbaren behindert.

"Die Ampel adressiert diese Probleme in ihrem Koalitionsvertrag und scheint aus den Fehlern der großen Koalition gelernt zu haben", erklärte IW-Energieexperte Andreas Fischer. Die neue Regierung müsse sich künftig an ihren "hochgesteckten" Zielen messen lassen.

(xity, AFP)