Islamisches Grabfeld auf dem Waldfriedhof Herten

Stadt setzt langjährige Planungen um

Einen Ort für islamische Bestattungen gibt es bald auch in Herten: Auf dem Waldfriedhof entsteht seit Oktober ein neues Grabfeld, das islamischen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gibt, verstorbene Personen gemäß ihres Glaubens beizusetzen.

Herten - „Ich freue mich, dass dieses Projekt nach langer Vorbereitungszeit nun umgesetzt wird, denn nicht nur im Leben, sondern auch nach dem Tod, haben Orte eine besondere Bedeutung. Ich bin froh, dass wir hier diesen besonderen Ort für unsere islamischen Mitbürgerinnen und Mitbürger schaffen“, so Bürgermeister Matthias Müller. Die Entstehung des Grabfeldes reicht bis ins Jahr 2016 zurück. Ein Antrag der Liste „Gemeinsam für Herten“ und der Multikulturellen Liste des Hauses der Kulturen bat damals mögliche Flächen in Herten zu prüfen. „Mit der Umsetzung des islamischen Grabfeldes gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung eines multikulturellen Lebens hier in Herten“, ergänzt Stadtbaurätin Janine Feldmann.

Gemeinsam mit dem Zentralen Betriebshof Herten (ZBH) wurde eine geeignete Fläche gefunden und die Friedhofssatzung angepasst. „Uns war es wichtig eine Gleichbehandlung aller Personen, die hier ihre letzte Ruhe finden, zu ermöglichen“, so Thorsten Westerheide, ZBH-Betriebsleiter. Die Bauarbeiten führt eine Firma aus Münster durch.

Maßgeblich an dem Projekt beteiligt war außerdem Selman Duran vom Integrationsrat, der vor Ort auch die exakte Ausrichtung der Wegeachsen Richtung Mekka eingemessen hat – eine der Voraussetzungen für ein islamisches Grabfeld, ebenso wie Boden, der bisher nicht für Beerdigungen genutzt wurde. Der erste Teilabschnitt bietet Platz für rund 55 Wahlgrabstätten, 73 Hügelgräber und 20 Kindergrabstellen. Anfang 2021 sollen die ersten Beerdigungen möglich sein.