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Iran kauft über Tarnfirmen Rüstungsgüter in Deutschland

Viele Verfahren des Zollkriminalamts betreffen Teheran

Der Iran versucht offenbar, sich über ein Netz aus Tarnfirmen illegal Rüstungsgüter aus Deutschland zu beschaffen.

Berlin - "Mehr als 70 Prozent unserer Verfahren betreffen geplante oder durchgeführte Lieferungen in den Iran", sagte der Chef des Zollkriminalamts (ZKA), Norbert Drude, dem "Focus". Insgesamt führten Zollfahnder nach internen Statistiken im vergangenen Jahr 128 Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz, acht Fälle weniger als im Rekordjahr 2012.

Der Iran umgeht dem Bericht zufolge das Embargo der westlichen Welt über ein komplexes Tarnfirmennetz. So ermittle der Zoll in Hamburg gegen deutsche Unternehmen, die über Banken in Hongkong, China, Südkorea und den Vereinigten Arabischen Emiraten den Transfer von 14 Millionen Euro an eine iranische Schiffsfirma zu verschleiern suchten. Der Empfänger stehe auf der Embargoliste. Ermittlungen laufen dem Magazin zufolge auch gegen deutsche Firmen, die Lieferungen für die Herstellung chemischer Kampfstoffe in Syrien finanziert haben sollen.

Der Westen verdächtigt den Iran, insgeheim an einer Atombombe zu arbeiten, und verhängte deswegen zahlreiche Sanktionen gegen das Land. Im November einigte sich Teheran mit der sogenannten 5+1-Gruppe aus den fünf UN-Vetomächten und Deutschland darauf, seine Urananreicherung im Gegenzug für erste Sanktionserleichterungen für zunächst sechs Monate einzufrieren. Bis Ende Juli soll eine endgültige Lösung gefunden werden.

(xity, AFP)


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