Interaktive Ausstellung im Landtag NRW

Lebensgeschichte von Holocaust-Überlenden

In der Wandelhalle des Landtags ist ab Dienstag, 24. Januar 2023, eine Ausstellung über Holocaust-Überlende zu sehen.

Düsseldorf - Der Verein Zweitzeugen zeigt die Lebensgeschichte von Zeitzeugen der Verfolgung von Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus. Besucherinnen und Besucher können die Schicksale von vier verschiedenen Menschen intensiv und interaktiv kennenlernen. Die Ausstellung wird auch während der Gedenkstunde zum Holocaust-Gedenktag am Freitag, 27. Januar 2023, zu sehen sein. 

Eine porträtierte Lebensgeschichte ist die von Dr. Leon Weintraub. Er wurde 1926 im polnischen Lodz geboren und verbrachte dort seine Kindheit. Wenige Monate nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er mit seiner Familie in das Ghetto Litzmannstadt deportiert, wo er Zwangsarbeit leisten musste. Weintraub überlebte vier Aufenthalte in Konzentrations- und Vernichtungslagern. Nach dem Holocaust studierte er Medizin und verhalf als Frauenarzt tausenden Babys auf die Welt. Auch heute noch erzählt der inzwischen 97-Jährige in Schulen und bei Veranstaltungen seine Geschichte und ermutigt vor allem junge Menschen, sich aktiv gegen Rassismus und Antisemitismus einzusetzen.

Der Präsident des Landtags, André Kuper, eröffnet die Ausstellung. Er sagt: „Es sind die persönlichen Geschichten der Zeitzeugen, die uns allen Erinnerung und Mahnung sind. Die Erinnerung an die Verfolgung von Jüdinnen und Juden, von Menschen wie du und ich, mahnt uns: Wir Demokratinnen und Demokraten dürfen uns nicht von Populisten verführen lassen, die gegen das friedliche Zusammenleben in unserer Demokratie arbeiten. Die einfühlsame Ausstellung wird viele Menschen zu Zweitzeugen machen.“

Die Ausstellung „Werde Zweitzeug*in” ist besonders für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren konzipiert, lädt aber Besucher jeden Alters dazu ein, die Überlebensgeschichten interaktiv zu entdecken und die Erinnerung an diese Menschen zu bewahren.