17.11.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Integrationspreis des Rhein-Sieg-Kreises

Integrationspreis des Rhein-Sieg-Kreises

Auszeichnung für drei herausragende Projekte

In diesem Jahr hat das Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises (KI) zum ersten Mal einen Integrationspreis für den Rhein-Sieg-Kreis ausgeschrieben. Verliehen wurde er in drei Kategorien: Partizipation, Prävention und Dialogförderung.

Herten - Gesucht wurden jeweils preiswürdige Projekte, die ein herausragendes Engagement beweisen und die Vielfalt und den Zusammenhalt im Rhein-Sieg Kreis stärken.
„Damit wollen wir im zweitgrößten Kreis Deutschlands – schaut man auf seine Bevölkerungszahl - gerade die Initiativen ausloben und ins Augenmerk rücken, die sich schon seit Jahren um eine gelungene Integration verdient machen“, sagte Landrat Sebastian Schuster bei der Preisverleihung im Katholisch Sozialen Institut in Siegburg. „Denn gelungene Integration stärkt unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vielfalt bedeutet eine Bereicherung. Dafür müssen sich beide Seiten noch mehr öffnen. Letztlich kommt es nicht darauf an, woher ein Mensch kommt, sondern welche Erfahrung und welches Wissen er mitbringt und sich in unsere Gemeinschaft einbringt. Das ist dann ein Gewinn für die gesamte Gemeinschaft!“
Serap Güler, Staatssekretärin für Integration des Landes NRW, war Mitglied der Jury. „Die Verleihung des ersten Integrationspreises des Rhein-Sieg-Kreises ist für mich ein schöner Anlass, das große bürgerschaftliche Engagement für Integration in NRW zu würdigen“, sagte sie. „Die Preisträgerinnen und Preisträger, werden vollkommen zu Recht sichtbar und geehrt. Ihr herausragendes persönliches Engagement ist der Grund für diese besondere Auszeichnung. Sie sind Teil einer Bürgerbewegung der Menschlichkeit und sie erhalten diesen Preis auch stellverstretend für die vielen anderen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die im Verborgenen Gutes getan haben und weiterhin tun. Der Integrationspreis des Rhein-Sieg-Kreises soll sie und andere ermutigen, nicht nachzulassen, sich für Teilhabe und Integration zu engagieren.“
Verliehen wurde der Integrationspreis des Rhein-Sieg-Kreises an die Projekte „Internationale Nähstube Bad Honnef“, die Initiative „Respekt! Zeit für Vielfalt, Zeit für Nachhaltigkeit“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie an die „Welcome Scouts“ und das Fotoprojekt „Flüchtige Momente“ der Gutenbergschule Sankt Augustin.
Preisträger in der Kategorie 1: Internationale Nähstube Bad Honnef
Bei diesem Preisträger steht der Integrationsgedanke ganz besonders im Fokus: In der Nähstube kommen Frauen unterschiedlicher kultureller Herkunft zusammen, die gemeinsam Nähen und dabei z.B. Stofftaschen für das Einkaufen herstellen. Die Produkte werden verkauft (z.B. bei Straßenfesten), um die Erlöse an andere soziale Projekte zu spenden.
Diese Aktivitäten unterstützen den Erwerb sozialer und persönlicher Kompetenzen, die für eine gelungene Integration erforderlich sind. Hierzu gehören vor allem Deutschkenntnisse, die beim Austausch über das gemeinsame Hobby erworben werden. Die teilnehmenden Frauen spielen in der Integration somit eine wichtige Rolle: Sie sind oft eine „Brücke in die Familie“.
Preisträger in der Kategorie 2: Initiative „Respekt! Zeit für Vielfalt, Zeit für Nachhaltigkeit“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
So wie sich die Nähstube zum integrativen Treffpunkt allmählich entwickelt hat, kann eine Hochschule von Beginn an ein „melting pot“ sein. Gerade in einer Schullandschaft treffen Menschen aus verschiedenen Kulturen aufeinander. Das Projekt will deshalb den Austausch fördern und zum Abbau von Vorurteilen beitragen.
Seit 2016 engagiert sich die Initiative mit Workshops, Vorträgen, Ausstellungen und Mitmachaktionen gegen Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie oder Behindertenfeindlichkeit. Sie wollen die gegenseitige Anerkennung, Akzeptanz und Verständigung fördern und die Hochschulgemeinschaft sowie die Region für Vielfalt und Zusammenhalt sensibilisieren.
Preisträger in der Kategorie 3: „Welcome Scouts“ und das Fotoprojekt „Flüchtige Momente“ der Gutenbergschule Sankt Augustin
Vielfalt und Zusammenhalt beweisen die Schülerinnen und Schüler der Gutenbergschule in Sankt Augustin jeden Tag. Die Einrichtung ist eine Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung und Sprache. Diese Besonderheiten der Kinder und Jugendlichen treffen im Alltag oft auf Vorurteile, Ausgrenzung und Diskriminierung.
Als 2015 in Sankt Augustin Niederpleis die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) in der ehemaligen Medienzentrale der Bundeswehr entstand, wollten die Schülerinnen und Schüler der Gutenbergschule die geflüchteten Menschen willkommen heißen und besuchten sie. Jetzt treffen sie sich jede Woche mit den Kindern und Jugendlichen in der Einrichtung, um miteinander zu spielen und gemeinsame Aktivitäten zu unternehmen. Dabei sind nachhaltige Kontakte und auch Freundschaften entstanden.
Die Foto-Ausstellung „Flüchtige Momente“ zeigt das Erlebte und Gesehene der Kinder und Jugendlichen, die mit ihren Eltern aus den unterschiedlichsten Gründen aus ihrer Heimat geflüchtet sind. Die Fotos sind ab Donnerstag, 12. September 2019, in der Stadtbibliothek Sankt Augustin zu sehen.


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