Integrationsbeauftragte Özoguz ruft zu Eintreten gegen Antiziganismus auf

Bundespräsident Gauck nimmt an Solidaritätskundgebung teil

Anlässlich des internationalen Romatages hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Aydan Özoguz (SPD), ein entschiedenes Eintreten gegen die Diskriminierung von Sinti und Roma gefordert.

Berlin - "In unserer Gesellschaft darf es keinen Zentimeter Platz für Antiziganismus geben", sagte Özoguz am Freitag bei einer Solidaritätskundgebung in Berlin. An der Veranstaltung gegenüber dem Brandenburger Tor nahm auch Bundespräsident Joachim Gauck teil.

"Das Bild des kriminellen Roma flammt auch heute immer wieder auf", sagte Özoguz. Vorurteile und Hass würden sich immer wieder auch in Handlungen zeigen wie der Schändung des Denkmals für die von den Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma im vergangenen Oktober, als der Schriftzug "Vergasen" auf die Gedenkstätte in Berlin gesprüht worden war.

"Unsere Gesellschaft tat sich lange schwer, das Schicksal der Sinti und Roma angemessen anzuerkennen", sagte die Integrationsbeauftragte. Schätzungen zufolge hatten die Nationalsozialisten eine halbe Million Angehörige der Volksgruppe ermordet. Mehrere Überlebende des Völkermordes nahmen an der Kundgebung am Freitag teil.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg seien Sinti und Roma weiter diffamiert und diskriminiert worden, beklagte Özoguz und bekräftigte ihre Forderung, der Geschichte der Volksgruppe in den Lehrplänen an deutschen Schulen mehr Platz einzuräumen. "Mangelndes Wissen ist ein Nährboden für Stereotype", sagte die SPD-Politikerin.

(xity, AFP)