Innovatives Verfahren schützt Ressourcen

Pilotanlage von Bayer MaterialScience in Uerdingen

Mit 738.000 Euro fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ein innovatives Verfahren von Bayer MaterialScience, mit dessen Hilfe Prozessabwässer wiederverwendet werden können.

Krefeld - Den Zuwendungsbescheid überreichte Staatssekretär Jochen Flasbarth am Mittwoch bei einem Besuch des Standorts Krefeld-Uerdingen. Dabei würdigte er insbesondere, dass es Bayer mit diesem Verfahren gelungen sei, Salz aus Prozessabwässern für weitere Produktionsschritte als Rohstoff zu nutzen. Dies sei, so Flasbarth, "ein hervorragendes Beispiel für die Umsetzung des Kreislaufgedankens in der Industrie".

Konkret entsteht am Standort Uerdingen eine industrielle Pilotanlage zur Kreislaufführung natriumchloridhaltiger Prozessabwässer. Durch innovative Aufbereitungsschritte ist es dem Unternehmen gelungen, salzhaltige Abwässer so weit zu reinigen, dass das gewonnene Natriumchlorid etwa in der Elektrolyse zur Produktion von Chlor wiederverwertet werden kann. Bislang scheiterten entsprechende Versuche stets an der unzureichenden Reinheit des Salzes.

Bei der geplanten Anlage wird das vorgereinigte Abwasser, das bei der Produktion von Polycarbonat entsteht, durch mehrere Verfahrensstufen behandelt. Das gereinigte Prozesswasser kann anschließend erneut in der Elektrolyse eingesetzt werden. Auf diese Art und Weise werden sowohl Natriumchlorid als auch vollständig entsalztes Wasser eingespart. Gleichzeitig fallen in entsprechendem Umfang weniger Abwässer an.


Dr. Markus Steilemann, Leiter der Business Unit Polycarbonates bei Bayer MaterialScience, hob in seiner Dankesrede hervor, dass Bayer mit der geplanten Pilotanlage "wichtige Schrittmacher-Dienste in Sachen Umweltschutz leisten" werde. Die Förderung durch das Bundesumweltministerium bestätige nachdrücklich das Engagement des Unternehmens, "durch neue Ideen zum Klima- und Ressourcenschutz beizutragen". Insofern betrachte Bayer die finanzielle Unterstützung des Projekts als Verpflichtung, in seinen Bemühungen nicht nachzulassen.

Bereits in der Vergangenheit hat Bayer MaterialScience die Produktion des in der chemischen Industrie zentralen Rohstoffs Chlor erheblich nachhaltiger gestaltet. So produziert das Unternehmen Chlor weltweit mithilfe des energiesparenden Membranverfahrens. Darüber hinaus hat Bayer mit der Sauerstoffverzehrkathode eine Technik entwickelt, die bei der Chlorproduktion den Energieaufwand im Vergleich zum Membranverfahren um bis zu 30 Prozent senkt. Dieses Verfahren, das Bayer bereits am Standort Krefeld-Uerdingen einsetzt, wird weltweit vermarktet.


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