Initiative Ladenliebe gegen Leerstand

Aachen eröffnet Experimentierräume für neue Läden

Die Stadt Aachen hat sich erfolgreich auf das „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte“ beworben und erhält über 800.000 Euro, um die Innenstadt und den Einzelhandel in Pandemiezeiten zu stärken.

Aachen - Seit über einem Jahr sind Dr. Daniela Karow-Kluge und Kai Hennes die Citymanager*innen der Stadt Aachen. In den vergangen zwölf Monaten haben sie die Aufwertung des Theaterplatzes im Reallabor, Streetart-Aktionen, Pop-up-Stores und Bürger*innen-Sprechstunden zu einem festen Bestandteil ihrer Arbeit gemacht.

Einen gebührenden Abschluss findet das erste Jahr des Citymanagements mit dem Auftakt der „Initiative Ladenliebe“, die durch ein Fördergeld von über 800.000 Euro finanziert werden wird. Das Geld, das aus dem nordrhein-westfälischen „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte“ stammt, soll zur Belebung des Leerstandes in Pandemiezeiten eingesetzt werden.

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen wünscht sich, dass die „Ladenliebe“ den ansässigen Handel und die Gastronomie, „die gerade jetzt dringend Unterstützung brauchen“, helfen kann: „Mit der „Ladenliebe“ können wir die Attraktivität und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt durch neue Erlebnismöglichkeiten und Angebote steigern“, steht für die Oberbürgermeisterin fest.

„Wir haben durch die Initiative die tolle Möglichkeit, die Innenstadt zu gestalten und aktiv etwas gegen Leerstand zu tun. Es ist ein Angebot an Menschen mit Unternehmensgeist, die mit uns Zukunft bewegen wollen. Ihnen können wir den Start in diesen unsicheren Zeiten erleichtern“, erklärt Citymanager Kai Hennes.

Leerstand beleben, Stadtteil positionieren und Negativtrend beenden

Um den zum Teil jahrlangen und auch corona-bedingten Leerstand rund um Holzgraben, Dahmengraben, Großkölnstraße und den Markt zu beleben, beabsichtigt die Stadt bis zu zehn leerstehende Lokale anzumieten, die dann stark vergünstigt an neue Mieter*innen unterviermietet werden sollen.

Die Anmietung findet erst statt, wenn sich Interessent*innen auf die Lokale melden und die Konzepte mit den Vorstellungen der Eigentümer*innen zusammenpassen. „Gerade in diesem Teil der Innenstadt können wir durch die Aktivierung von Lokalen eine Abwärtsspirale durchbrechen und das Quartier stärken. Bis zu zwei Jahre wollen wir Raum für neue Ideen und Geschäftsgründungen schaffen“, erklärt Hennes.

Besonders in diesen Tagen, wo die pandemiebedingte „Bundes-Notbremse“ auch in der Stadt Aachen seit Samstag, 24. April, zu erneuten Schließungen des Einzelhandels führt, soll das Angebot ein zukunftsgerichteter Lichtblick sein:

„Jede Nutzungsidee ist erwünscht: von Concept-Stores über kreativwirtschaftliche und kulturelle Nutzungen, Einzelhandels- und Gastronomie-Angebote ist grundsätzlich zunächst alles möglich. Ziel ist, eine positive Strahlkraft für die gesamte Innenstadt zu erzeugen“, erläutert Karow-Kluge.

Citymanager*innen übernehmen Koordination

Die Citymanager*innen werden die „Ladenliebe“ koordinieren und Gespräche mit den Eigentümer*innen der leerstehenden Ladenlokale führen.

Familie Roos, Eigentümerin eines Ladenlokals an der Großkölnstraße, ist gerne Teil des noch nie dagewesenen Sofortprogrammes: „Die derzeitigen Leerstände reißen große schwarze Löcher in die Stadt. Deshalb begrüßen wir die Initiative der Stadt Aachen und öffnen als Eigentümerin gerne die Räume für ein neues zukunftsfähiges Angebot. Wir sind gespannt und freuen uns, wenn lebendige neue Nutzungen einen Platz finden.“

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen freut sich schon heute auf eine „bunte Aachener Innenstadt“: „Durch die „Ladenliebe“ können sich neue Konzepte, Angebote und Geschäftsideen in Zeiten von Corona mit geringerem Risiko erproben und in einer zukunftsfähigen Innenstadt etablieren.“

Nutzungskonzepte und Ideen einreichen

Voraussetzung für eine Anmietung der Lokale ist zunächst ein Entgegenkommen der Eigentümer*innen im Mietpreis. Diese reduzieren die zuletzt erhobene Kaltmiete um mindestens 30 Prozent. Die neuen Nutzer*innen zahlen dann als Untermieter*innen nur noch 20 Prozent der Kaltmiete zuzüglich Nebenkosten ausgehend von der Altmiete. Wünschenswert sind Anmietungen ab einer Mindestdauer von sechs Monaten. Bis zu 24 Monate können die Lokale über die „Ladenliebe“ zu einer reduzierten Miete angemietet werden.

Wichtige Informationen

Über den Link www.aachen.de/ladenliebe können sich Interessierte ab sofort über das Programm informieren. Zeitnah sollen die zur Verfügung stehenden Lokale auf der Homepage einsehbar sein. Ab diesem Zeitpunkt besteht dann auch die Möglichkeit, das eigene Nutzungskonzept einzureichen. Interessierte können sich bis dahin telefonisch und per E-Mail an das Citymanagement wenden.

Kontaktdaten des Citymanagements der Stadt Aachen:

Dr. Daniela Karow-Kluge und Kai Hennes

Tel: 0241 432 7291

E-Mail: citymanagement@mail.aachen.de